Teleskoplader Beleuchtung: Arbeitsscheinwerfer, Rundumleuchten und Straßenbeleuchtung

In this guide
- Warum sich die Teleskoplader-Beleuchtung von der Traktorbeleuchtung unterscheidet
- Auslegerscheinwerfer: Last und Hubhöhe ausleuchten
- Arbeitsscheinwerfer an Fahrgestell und Kabinendach
- Rundumleuchten und gelbe Warnleuchten für Teleskoplader
- Vorgeschriebene Beleuchtung für Teleskoplader im deutschen Straßenverkehr
- Beleuchtung nach Hersteller: JCB, Manitou, Merlo, Claas
- LED-Umrüstung für ältere Teleskoplader
- Verkabelung und Schaltung zusätzlicher Scheinwerfer am Teleskoplader
- Was Sie bei der Umrüstung eines Teleskopladers zuerst kaufen sollten
Die Beleuchtung eines Teleskopladers besteht aus Arbeitsscheinwerfern am Ausleger, Scheinwerfern an Fahrgestell und Kabinendach, einer gelben Rundumleuchte und einer vollständigen, für den Straßenverkehr zugelassenen Beleuchtungsanlage. Ein moderner Teleskoplader ab Werk hat in der Regel mehrere Arbeitsscheinwerfer, mindestens eine Rundumleuchte und eine komplette Straßenbeleuchtung. Ältere Maschinen arbeiten oft mit zwei bis vier Halogen-Arbeitsscheinwerfern und brauchen eine LED-Umrüstung, um an die Sicht eines aktuellen Loadall, MLT oder Scorpion heranzukommen. Dieser Leitfaden behandelt jede Leuchte an einem Teleskoplader, ihren Einbauort, ihre Aufgabe und die Regeln, die in Deutschland für die Maschine im öffentlichen Straßenverkehr gelten.
Warum sich die Teleskoplader-Beleuchtung von der Traktorbeleuchtung unterscheidet
Der Ausleger verändert die Anforderungen an die Beleuchtung. Er trägt die Last zwischen 0 und 10 Metern über dem Boden, und der Fahrer braucht Sicht auf die Last selbst, nicht nur auf die Umgebung der Maschine. Ein Traktor leuchtet das Feld vor sich aus. Ein Teleskoplader leuchtet die Last über sich und den Arbeitsbereich neben sich aus.
Drei bauliche Unterschiede trennen den Teleskoplader in Sachen Beleuchtung vom Traktor.
Der erste ist der Ausleger selbst. Er fährt aus und ein, hebt und senkt sich und kippt die Last um 90 Grad oder mehr. Scheinwerfer an Fahrgestell oder Kabinendach können der Last nur bis zu einem gewissen Winkel folgen. Darüber wirft die Last Schatten auf den Arbeitsbereich. Scheinwerfer am Ausleger lösen das Problem, weil sie mit der Last mitfahren.
Der zweite ist das seitliche Arbeiten. Ein Teleskoplader be- und entlädt oft von der Seite, parallel zu einer Wand, einem Anhänger oder einem Stapel. Der Fahrer blickt aus der Kabine zur Seite oder nach oben, nicht nur nach vorn. Seitliche und hintere Scheinwerfer am Fahrgestell sind deshalb beim Teleskoplader wichtiger als beim Traktor.
Der dritte ist der Hofeinsatz. Teleskoplader verbringen mehr Stunden auf befestigten Hofflächen, in der Nähe von Fußgängern, anderen Fahrzeugen und Gebäuden. Rundumleuchte und Rückfahrbeleuchtung haben hier mehr Gewicht als bei einem Traktor, der überwiegend auf dem Feld arbeitet.
Weitere Hintergründe zur Beleuchtung von Landmaschinen finden Sie unter Beleuchtung für Landmaschinen: mehr als nur der Traktor.
Auslegerscheinwerfer: Last und Hubhöhe ausleuchten
Auslegerscheinwerfer sitzen am Ausleger selbst und fahren mit der Last mit. Sie sind die wichtigste Einzelverbesserung an jedem Teleskoplader, der nach Einbruch der Dunkelheit arbeitet.
Viele Maschinen haben ab Werk Auslegerscheinwerfer serienmäßig oder als Option, meist zwei oder mehr. Die genaue Anzahl hängt von Hersteller, Modell, Ausstattung und Baujahr ab, prüfen Sie daher vor der Bestellung die Teileliste der Maschine.
Montieren Sie die Auslegerscheinwerfer am Auslegerkopf in der Nähe des Gabelträgers und richten Sie sie leicht nach unten, damit der Lichtkegel die Last und den Bereich direkt darunter erfasst. Ein LED-Flutlicht mit 4.000 bis 6.000 Lumen pro Scheinwerfer leuchtet einen Stapel oder eine Anhängerseite bei voller Hubhöhe aus. Verwenden Sie Scheinwerfer mit Schutzart IP69K, denn der Ausleger bekommt beim Reinigen die volle Wucht des Hochdruckreinigers ab, und die Rückseite der Leuchte sitzt ständig im Staub und Schmutz von Gabel, Schaufel und Greifer.
Schwingungsdämpfende Halter sind am Ausleger wichtig. Der Ausleger schlägt jedes Mal durch, wenn die Last abgesetzt wird oder der Gabelträger kippt, und ein starr montierter Scheinwerfer kann dabei LED-Chips oder Elektronik beschädigen. Gummigelagerte Halter, die jeder seriöse Leuchtenhersteller anbietet, verlängern die Lebensdauer deutlich.
Die Leitung zu den Auslegerscheinwerfern läuft als Spiralkabel entlang des Auslegers oder innen durch das Auslegerprofil. Werksseitige Kabelbäume nutzen den inneren Weg, Nachrüstungen fast immer das außen liegende Spiralkabel. Setzen Sie am Übergang vom Ausleger zum Fahrgestell einen robusten Deutsch-Stecker ein, damit sich die Leitung für Wartungsarbeiten am Ausleger abziehen lässt.
Richten Sie die Auslegerscheinwerfer auf den Gabelträger und 1 bis 2 Meter darüber hinaus. Weiter nach außen gerichtet, leuchten sie über den Arbeitsbereich hinaus und erzeugen Blendung, die über die Last zurück in die Kabine fällt.
Arbeitsscheinwerfer an Fahrgestell und Kabinendach
Arbeitsscheinwerfer an Fahrgestell und Kabinendach leuchten die Umgebung der Maschine aus, also Räder, Heck, Seiten und den Arbeitsbereich vor dem Ausleger.
Eine vollständige Fahrgestellbeleuchtung am Teleskoplader nutzt sechs Positionen. Die Werte unten gehen von einem LED-Flutlicht pro Position aus und nennen einen typischen Lichtstrom.
| Position | Zweck | Lichtstrom (Lumen) |
|---|---|---|
| Frontgrill links | Nach vorn und schräg links vorn | 3.000 bis 5.000 |
| Frontgrill rechts | Nach vorn und schräg rechts vorn | 3.000 bis 5.000 |
| Kabinendach vorn | Weite Ausleuchtung nach vorn | 5.000 bis 8.000 |
| Kabinendach hinten | Rückwärtsfahren und Überblick nach hinten | 4.000 bis 6.000 |
| Seitliche Kabinensäule | Sicht beim seitlichen Beladen | 3.000 bis 5.000 |
| Fahrgestellheck unten | Anhängekupplung, Zugöse, tiefer Blick nach hinten | 3.000 bis 5.000 |
Eine vollständige Fahrgestellbeleuchtung liefert insgesamt 21.000 bis 34.000 Lumen, dazu kommen 8.000 bis 24.000 Lumen von den Auslegerscheinwerfern. Ein voll mit LED ausgestatteter Teleskoplader mit Ausleger-, Fahrgestell- und Kabinendachscheinwerfern kommt auf 30.000 bis 60.000 Lumen Arbeitslicht.
Verwenden Sie an allen sechs Positionen eine Flutlicht-Ausleuchtung. Ein Spotlicht verschwendet am Teleskoplader Licht jenseits des Arbeitsbereichs, weil der Fahrer beim Laden selten weiter als 30 Meter nach vorn schaut. Kombinierte Ausleuchtung lohnt sich nur für die vorderen Kabinendachscheinwerfer, und auch nur bei Maschinen, die zwischen Hofstellen pendeln oder auf großen Betriebsflächen zügig unterwegs sind.
Grundlagen zu Lumen und Ausleuchtungsarten finden Sie unter Ausleuchtungsarten von Arbeitsscheinwerfern: Flutlicht, Spot und Kombination erklärt.
Zur Auswahl der Halter siehe Arbeitsscheinwerfer richtig montieren.
Rundumleuchten und gelbe Warnleuchten für Teleskoplader
Ein Teleskoplader, der auf dem Hof oder in der Nähe des Straßenverkehrs arbeitet, braucht eine gelbe Rundumleuchte. Sie warnt Fußgänger und andere Fahrzeugführer, dass eine langsame, breite, knickgelenkte oder allradgelenkte Maschine im Arbeitsbereich unterwegs ist.
In Deutschland legt § 52 Abs. 4 StVZO fest, welche Fahrzeuge mit gelbem Rundumlicht ausgerüstet werden dürfen. Dazu gehören unter anderem Fahrzeuge, deren Breite oder Länge besondere Vorsicht erfordert, sowie bestimmte land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Eingeschaltet werden darf das gelbe Blinklicht nach § 38 Abs. 3 StVO nur, um vor Arbeits- oder Unfallstellen, vor ungewöhnlich langsamen Fahrzeugen oder vor Fahrzeugen mit ungewöhnlicher Breite oder Länge zu warnen. Eine pauschale Pflicht, bei jeder Straßenfahrt die Rundumleuchte einzuschalten, gibt es nicht. Für breite oder lange Kombinationen und für Fahrten mit Ausnahmegenehmigung wird die Rundumleuchte aber häufig als Auflage vorgeschrieben. Wird Ihr Teleskoplader nicht in der Landwirtschaft, sondern als Baumaschine eingesetzt, können andere Regeln gelten. Die Einzelheiten ergeben sich aus der Betriebserlaubnis, einer etwaigen Ausnahmegenehmigung und dem Merkblatt für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge, im Zweifel fragen Sie Ihre Prüforganisation.
Zur Anbringung gilt: Die Rundumleuchte muss so montiert sein, dass ihr Licht nach allen Seiten sichtbar ist, in der Regel auf dem Kabinendach. Genaue Anbauvorgaben ergeben sich aus der Genehmigung der Leuchte und den technischen Anforderungen der StVZO.
Drei Bauarten von Rundumleuchten passen an Teleskoplader.
Eine Rundumleuchte mit DIN-Aufsteckfuß sitzt auf einem Stutzen mit 28 mm oder 25 mm, der hinten auf dem Kabinendach oder an der vorderen Dachkante befestigt ist. Das ist die übliche Werksausstattung bei JCB Loadall, Manitou MLT und Merlo Roto. Die Rundumleuchte ragt über die Kabinenkontur hinaus und strahlt ihr Warnlicht in alle Richtungen ab.
Eine Rundumleuchte mit Magnetfuß haftet auf jeder ebenen Metallfläche des Kabinendachs. Sie eignet sich als Ersatz- oder Reserveleuchte oder als zweite Leuchte hinten. Wenn die Rundumleuchte regelmäßig gebraucht wird, ist eine fest montierte Hauptleuchte zuverlässiger. Leuchten mit Magnetfuß werden über ein Spiralkabel an die Zigarettenanzünderbuchse angeschlossen oder fest an die Zusatzschalttafel verkabelt. Mehr dazu unter Rundumleuchten mit Magnetfuß oder im aktuellen Sortiment an Rundumleuchten.
Eine Rundumleuchte mit flexiblem DIN-Fuß hat eine gefederte Aufnahme, die bei Kontakt mit Ästen oder niedrigen Decken nachgibt. Teleskoplader, die in Obstanlagen, Folientunneln oder Getreidelagern arbeiten, profitieren davon, weil starre Stutzen bei Kontakt abbrechen. Die Leuchte federt ohne Schaden an Stutzen oder Leuchte wieder in die Senkrechte zurück.
Wählen Sie für jeden Teleskoplader im Straßenverkehr eine nach ECE R65 genehmigte Rundumleuchte. R65 ist die anerkannte Norm für Warnleuchten, und im Straßenverkehr dürfen in Deutschland nur Leuchten mit gültigem Prüfzeichen (E-Prüfzeichen oder nationales Prüfzeichen) verwendet werden. Unabhängig davon ist die EMV-Genehmigung nach R10 wichtig, besonders bei Teleskopladern ab etwa 2010 mit elektronischem Motormanagement oder Telematik. Eine Rundumleuchte ohne EMV-Genehmigung kann Warnleuchten im Armaturenbrett, falsche Fehlercodes oder Störungen der Lastanzeige verursachen. Die vollständige Norm finden Sie unter Rundumleuchten nach ECE R65.
Teleskoplader, die in der Nähe von Fußgängern arbeiten, profitieren von einer zweiten Rundumleuchte hinten auf dem Kabinendach. Sie verdoppelt die Sichtbarkeit von hinten beim Rückwärtsfahren und sorgt dafür, dass die Warnung erhalten bleibt, wenn eine Leuchte ausfällt.
Vorgeschriebene Beleuchtung für Teleskoplader im deutschen Straßenverkehr
Ein landwirtschaftlicher Teleskoplader, der auf öffentlichen Straßen in Deutschland fährt, braucht eine vorschriftsmäßige lichttechnische Ausrüstung wie ein Traktor oder eine andere selbstfahrende Arbeitsmaschine. Maßgeblich ist die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), insbesondere die §§ 49a bis 54 zu den lichttechnischen Einrichtungen, ergänzt durch die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
Zur Grundausstattung gehören Scheinwerfer für Abblend- und Fernlicht, Begrenzungsleuchten, Schlussleuchten, Bremsleuchten, Fahrtrichtungsanzeiger mit Warnblinkfunktion, Rückstrahler und die Kennzeichenbeleuchtung. Die Beleuchtung muss betriebsbereit sein, auch wenn tagsüber gefahren wird, denn bei schlechter Sicht oder Dämmerung ist das Licht einzuschalten. Für langsam fahrende Fahrzeuge und für bestimmte Fahrzeugarten enthält die StVZO einzelne Erleichterungen. Welche davon auf Ihre Maschine zutreffen, hängt von Fahrzeugart, bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit und Betriebserlaubnis ab. Verbindlich sind die StVZO und das Merkblatt für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge.
Die übliche Straßenbeleuchtung ist unten aufgeführt.
| Bauteil | Anzahl | Position |
|---|---|---|
| Scheinwerfer für Abblendlicht | 2 | Vorn, symmetrisch |
| Begrenzungsleuchten (Standlicht) | 2 | Vorn, symmetrisch |
| Schlussleuchten | 2 | Hinten, symmetrisch |
| Bremsleuchten | 2 | Hinten, symmetrisch |
| Fahrtrichtungsanzeiger | 4 | Vorn und hinten, beidseitig |
| Warnblinkanlage | entfällt | Schaltet alle Blinker gemeinsam |
| Kennzeichenbeleuchtung | 1 | Beleuchtet das hintere Kennzeichen |
| Gelbe Rundumleuchte | 1 oder mehr | Kabinendach, nach allen Seiten sichtbar (wo zulässig oder vorgeschrieben) |
Die Lichtfarben folgen den üblichen Regeln: weiß nach vorn, rot nach hinten (mit Ausnahme von Blinkern, Kennzeichenbeleuchtung und Rückfahrscheinwerfern) und gelb für Blinker und seitliche Markierungsleuchten. Rückstrahler hinten sind rot. Die Dreiecksform ist Anhängern vorbehalten, am Teleskoplader selbst verwenden Sie einen roten Rückstrahler, der nicht dreieckig ist.
Hintere Arbeitsscheinwerfer verdienen am Teleskoplader besondere Beachtung. Arbeitsscheinwerfer dürfen während der Fahrt im Straßenverkehr nicht eingeschaltet sein, schalten Sie sie also vor dem Auffahren auf die Straße aus. Weißes Licht nach hinten ist im Straßenverkehr nicht erlaubt, weil es mit einem entgegenkommenden Fahrzeug verwechselt werden kann. Die Ausnahme sind Rückfahrscheinwerfer, und auch die nur beim Rückwärtsfahren.
Auch die Breite spielt eine Rolle. Für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge gilt in Deutschland ohne Ausnahmegenehmigung in der Regel eine Höchstbreite von 3 m. Breitere Fahrzeuge brauchen eine Ausnahmegenehmigung, die meist Auflagen wie Rundumleuchte, Warntafeln und je nach Breite ein Begleitfahrzeug enthält. Gabelzinken und andere Frontanbaugeräte müssen bei der Straßenfahrt abgesenkt und gesichert sein, Gabelzinken zusätzlich mit einem Zinkenschutz abgedeckt oder abgebaut, denn hochstehende Zinken gelten als gefährlich vorstehende Teile.
Die Scheinwerfer eines Teleskopladers müssen in Deutschland für Rechtsverkehr eingestellt sein, also so, dass das Abblendlicht zum rechten Fahrbahnrand hin ansteigt. Gebrauchtmaschinen aus Großbritannien oder Irland sind unter Umständen auf Linksverkehr eingestellt und müssen vor dem Einsatz auf der Straße umgestellt oder mit anderen Scheinwerfern ausgestattet werden.
Für die Hauptuntersuchung und die Zulassung gelten je nach Fahrzeugart, Einsatz und bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit unterschiedliche Regeln. Bei Teleskopladern, die auch außerhalb der Landwirtschaft eingesetzt werden, sollten Sie das mit Ihrer Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS) klären. Mehr zu den Vorschriften finden Sie unter Beleuchtungsvorschriften und Straßenzugelassene Traktorbeleuchtung.
Beleuchtung nach Hersteller: JCB, Manitou, Merlo, Claas
Jeder große Teleskoplader-Hersteller verbaut ab Werk eine andere Beleuchtung. Die Unterschiede sind wichtig, wenn Sie Ersatzteile kaufen oder eine Umrüstung planen.
Der JCB Loadall gehört zu den am weitesten verbreiteten Teleskopladern in der Landwirtschaft. Aktuelle Loadall AGRI Modelle haben LED-Beleuchtungspakete, bei vielen Ausstattungen Auslegerscheinwerfer, eine gelbe Rundumleuchte und eine komplette Straßenbeleuchtung. Prüfen Sie die genaue Ausstattung für Modell und Baujahr. Ältere Loadall der Reihen 526, 530, 535 und 541 hatten meist Halogen und werden am häufigsten auf LED umgerüstet. Die vollständige Einbauanleitung finden Sie unter JCB Teleskoplader und Loadall Beleuchtung.
Manitou MLT Modelle haben in vielen aktuellen Ausführungen LED-Beleuchtung, ältere Maschinen meist Halogen. MLT 625, 730, 840 und 960 decken das Landwirtschaftsprogramm ab. Manitou führt die Leitungen am Ausleger anders als JCB, bei den meisten Auslegersegmenten innen liegend.
Merlo Multifarmer werden oft mit überdurchschnittlich vielen Auslegerscheinwerfern bestellt. Der Multifarmer ist Traktor und Teleskoplader zugleich, und seine Beleuchtung umfasst alles für den Straßenverkehr sowie für zapfwellengetriebene Anbaugeräte nach Einbruch der Dunkelheit.
Claas Scorpion Teleskoplader entstehen in Zusammenarbeit mit Liebherr und teilen Bauteile mit den Liebherr Teleskopladern für den Bau. Die aktuellen Scorpion 732, 736, 741, 746 und 756 sind durchgehend mit LED ausgestattet. Ältere Scorpion hatten Halogen.
JLG, Genie und andere Hersteller aus dem Baumaschinenbereich sind auf Betrieben seltener zu finden. Diese Maschinen haben oft eine Baustellenbeleuchtung, die für die landwirtschaftliche Straßenfahrt zusätzliche Leuchten wie Bremsleuchten, Blinker oder eine Rundumleuchte braucht, damit die Beleuchtung den Anforderungen der StVZO entspricht.
LED-Umrüstung für ältere Teleskoplader
Ein älterer Teleskoplader mit Halogen-Arbeitsscheinwerfern lässt sich mit wenig Aufwand auf LED umrüsten, und der Nutzen ist sofort spürbar.
Drei Gründe sprechen für die LED-Umrüstung am Teleskoplader.
Der erste ist die Stromaufnahme. Zwei Halogen-Arbeitsscheinwerfer mit je 70 W ziehen bei voller Helligkeit 12 A von der Lichtmaschine. Zwei LED-Arbeitsscheinwerfer mit gleichem Lichtstrom ziehen 4 bis 5 A. Das ist wichtig, weil Teleskoplader oft mehrere Arbeitsscheinwerfer, eine Rundumleuchte und Rückfahrscheinwerfer gleichzeitig betreiben und eine ältere Lichtmaschine bei dieser Last kaum noch die Batterie lädt.
Der zweite ist die Vibrationsfestigkeit. Glühwendel in Halogenlampen brechen unter dauerhafter, hochfrequenter Vibration, daher fällt ein Halogenscheinwerfer am Ausleger oft weit vor seiner Nennlebensdauer aus. Eine LED-Leuchte an derselben Stelle hält ein Vielfaches länger.
Der dritte ist der Lichtstrom. Ein moderner LED-Arbeitsscheinwerfer mit 60 W liefert 5.000 bis 6.000 Lumen. Ein Halogenscheinwerfer mit 70 W liefert 1.500 bis 1.800 Lumen. Die LED erzeugt bei gleicher Baugröße und geringerer Stromaufnahme das Dreifache an sichtbarem Licht.
Die EMV-Verträglichkeit ist bei jeder LED-Umrüstung an einem Teleskoplader ab etwa Baujahr 2010 wichtig. LEDs ohne EMV-Genehmigung stören Motorsteuergerät, Lastmomentüberwachung sowie GPS oder Telematik. Prüfen Sie vor dem Einbau an einem modernen Teleskoplader jede LED-Leuchte auf die R10-Kennzeichnung. Alles zur EMV-Verträglichkeit finden Sie unter Stören LED-Leuchten GPS und Lenksysteme?
Zur Auswahl von LED-Arbeitsscheinwerfern siehe LED-Arbeitsscheinwerfer und Was sind LED-Arbeitsscheinwerfer und warum ersetzen sie Halogen?
Verkabelung und Schaltung zusätzlicher Scheinwerfer am Teleskoplader
Zusätzliche Scheinwerfer werden über ein Relais an das Schaltfeld in der Kabine oder an einen Zusatzsicherungskasten angeschlossen. Eine direkte Verbindung zur Batterie ohne Relais überlastet die Schaltkontakte in der Kabine und birgt Brandgefahr.
Eine übliche Relaisschaltung für zusätzliche Scheinwerfer am Teleskoplader besteht aus sechs Komponenten.
Ein 30-A-Kfz-Relais sitzt in einem abgedichteten Kunststoffgehäuse, am besten in der Kabine oder unter einer geschlossenen Motorhaubenverkleidung. Das Relais führt den Laststrom von der Batterie zu den Scheinwerfern.
Eine abgesicherte Versorgungsleitung führt vom Pluspol der Batterie zum Relais. Eine auf die gesamte Scheinwerferlast ausgelegte 30-A-Flachsicherung sitzt höchstens 300 mm von der Batterie entfernt. Verwenden Sie am Teleskoplader wasserdichte Sicherungshalter, denn das Fahrgestell bekommt Schlamm, Wasser und Hochdruckstrahl ab.
Eine geschaltete Steuerleitung führt von einem Schalter in der Kabine (oder vom vorhandenen Arbeitsscheinwerferschalter) zur Relaisspule. Diese Leitung mit geringem Strom schaltet das Relais ein und aus, ohne die volle Scheinwerferlast zu führen.
Eine Leitung mit großem Querschnitt führt vom Relaisausgang zu den Scheinwerfern. Verwenden Sie 4 mm² für Lasten bis 20 A und 6 mm² für Lasten bis 30 A. Führen Sie die Leitung in vorhandenen Kabelbäumen oder in einem separaten Wellrohr, um sie vor Scheuern zu schützen.
Deutsch-Stecker an jeder Verbindungsstelle verhindern das Eindringen von Wasser und Korrosion. An einem Teleskoplader, der draußen steht und wöchentlich mit dem Hochdruckreiniger gewaschen wird, korrodiert jeder normale Kfz-Stecker innerhalb von zwei Jahren. Deutsch-Stecker halten ein Maschinenleben lang.
Ein gemeinsamer Massepunkt am Fahrgestell schließt den Stromkreis. Der Massepunkt sollte eine verschraubte Masseöse auf blankem Metall sein, die Leitung mit einem gecrimpten Ringkabelschuh angeschlossen.
Die vollständige Verkabelungsanleitung finden Sie unter Arbeitsscheinwerfer mit Relais an ein 12-V-Bordnetz anschließen.
Was Sie bei der Umrüstung eines Teleskopladers zuerst kaufen sollten
Die Umrüstung eines Teleskopladers in der Reihenfolge der Priorität sieht so aus.
Zuerst kommen die Auslegerscheinwerfer. Sie bringen den größten Sichtgewinn, weil sie die Last ausleuchten, und auf die Last konzentriert sich der Fahrer. Zwei LED-Auslegerscheinwerfer mit je 5.000 Lumen verwandeln eine alte Maschine.
An zweiter Stelle steht der hintere Kabinendachscheinwerfer. Er macht das Rückwärtsfahren in jedem Arbeitsumfeld mit Verkehr, Fußgängern oder gestapelter Ware sicher. Eine einzelne LED mit 6.000 Lumen reicht aus.
An dritter Stelle folgt die Rundumleuchte, falls die Maschine noch keine hat. Wenn die Maschine regelmäßig mit breiten Anbaugeräten unterwegs ist oder ihre Ausnahmegenehmigung eine Rundumleuchte vorschreibt, gehört eine funktionierende Rundumleuchte allerdings ganz nach vorn. Eine LED-Rundumleuchte nach ECE R65 auf einem DIN-Stutzen auf dem Kabinendach erfüllt die Anforderungen und sorgt auch auf dem Hof für gute Sichtbarkeit.
An vierter Stelle kommen die Scheinwerfer an den seitlichen Kabinensäulen. Sie zahlen sich am schnellsten bei Teleskopladern aus, die Anhänger, Lkw oder Stapel parallel zur Kabine beladen.
Zuletzt kommen die vorderen Kabinendach- und Frontgrillscheinwerfer. Sie sind wegen der langen Leitungswege am teuersten nachzurüsten, und die Werksausstattung reicht hier meist aus.
Eine komplette LED-Umrüstung für einen zehn Jahre alten Teleskoplader kostet je nach Marke und Anzahl der Scheinwerfer rund 450 bis 1.050 € an Teilen (Versand aus Großbritannien, ab 150 € Bestellwert kostenlos nach Deutschland, Einfuhrumsatzsteuer und eventuelle Zölle werden bei Zustellung fällig), dazu kommen vier bis acht Stunden Einbauzeit. Das Ergebnis ist eine Maschine, die ihren Arbeitsbereich so gut ausleuchtet wie ein aktueller Loadall oder MLT.
Weitere Hintergründe zur Beleuchtung von Landmaschinen finden Sie in der Übersicht zur Landmaschinenbeleuchtung und im Leitfaden zur Beleuchtung von Mähdreschern.



