Arbeitsscheinwerfer anschließen: 12 V und 24 V mit Relais und Schalter

In this guide
- Woraus ein Stromkreis für Arbeitsscheinwerfer besteht
- Warum Arbeitsscheinwerfer ein Relais brauchen
- Relaisklemmen erklärt: 30, 85, 86, 87 und 87a
- Leitungsquerschnitt nach Strom und Leitungslänge
- Sicherungsgröße für Arbeitsscheinwerfer
- Schalter für Arbeitsscheinwerfer
- Variante 1: Ein Schalter, ein Relais, 2 Arbeitsscheinwerfer
- Variante 2: Vordere und hintere Gruppe an 2 Schaltern
- Arbeitsscheinwerfer im 24-V-Bordnetz anschließen
- Masseführung: die Hälfte des Stromkreises, an der gern gespart wird
- Steckverbinder und Abdichtung
- Anschlusssätze
- Häufige Fehler bei der Verdrahtung von Arbeitsscheinwerfern
- Häufig gestellte Fragen
Um Arbeitsscheinwerfer an einem Traktor mit 12 V oder 24 V anzuschließen, führen Sie eine abgesicherte Leitung vom Batterie-Pluspol zu Klemme 30 eines Relais, nehmen Klemme 87 als Ausgang zu den Scheinwerfern, legen einen Schalter in der Kabine in die Spulenzuleitung an Klemme 86, legen Klemme 85 auf Masse und verbinden jeden Scheinwerfer mit dem Batterie-Minuspol oder einem sauberen Massepunkt am Rahmen. Der Schalter führt nur einen Bruchteil eines Ampere, das Relais trägt den Strom der Scheinwerfer.
Das ist die komplette Schaltung in einem Satz. Der Rest dieses Ratgebers erklärt jeden Teil im Detail: warum das Relais nötig ist, welche Aufgabe jede Relaisklemme hat, wie Sie den Leitungsquerschnitt nach Strom und Leitungslänge bemessen, wie Sie die Sicherung auswählen, welcher Schalter sich eignet, die Verdrahtung Schritt für Schritt für 2 gängige Varianten, was sich bei einer 24-V-Maschine ändert und welche Fehler nach einem Eigeneinbau am häufigsten auftreten.
Woraus ein Stromkreis für Arbeitsscheinwerfer besteht
Der Stromkreis eines Arbeitsscheinwerfers ist der Weg, auf dem der Strom von der Batterie über eine Sicherung und ein Relais zum Scheinwerfer und zurück zum Batterie-Minuspol fließt. Er besteht aus 6 Teilen: Batterie, Sicherung nahe der Batterie, Relais, Schalter in der Kabine, Arbeitsscheinwerfer und Masserückleitung.
Genau genommen handelt es sich um 2 Stromkreise, die sich ein Relais teilen:
- Der Laststromkreis führt den Strom der Scheinwerfer. Er verläuft vom Batterie-Pluspol über die Sicherung, Relaisklemme 30 und Relaisklemme 87 zum Scheinwerfer und zur Masse. Auf dieser Seite wird eine stärkere Leitung verwendet.
- Der Steuerstromkreis führt den Strom der Relaisspule, meist deutlich unter einem halben Ampere. Er verläuft von einer geschalteten Spannungsversorgung über den Schalter in der Kabine zu Relaisklemme 86, durch die Spule und über Klemme 85 zur Masse. Hier genügt eine dünne Leitung.
Die Trennung der beiden Seiten ist der eigentliche Sinn dieser Schaltung. Der hohe Strom bleibt auf einem kurzen, direkten Weg außerhalb der Kabine, und durch die Kabinenwand zum Armaturenbrett läuft nur eine dünne Schaltleitung.
Warum Arbeitsscheinwerfer ein Relais brauchen
Arbeitsscheinwerfer brauchen ein Relais, weil der Gesamtstrom mehrerer Scheinwerfer oft mehr ist, als ein Armaturenbrettschalter und die Kabinenverkabelung dahinter dauerhaft tragen sollen, und weil eine lange Leitung über den Schalter Spannung kostet, die den Scheinwerfern dann fehlt.
Strom ist Leistung geteilt durch Spannung. Ein LED-Arbeitsscheinwerfer mit 40 W nimmt bei 12 V etwa 3,3 A auf. Vier davon ziehen etwa 13 A. Ein Paar Halogen-Arbeitsscheinwerfer mit je 55 W zieht etwa 9 A. Viele kleine Wipp- und Kippschalter sind bei 12 V für etwa 10 A bis 20 A ausgelegt, allerdings unter der Annahme guter Kontakte und kühler Umgebung. Läuft der Schalter stundenlang nahe an der Grenze in einer warmen Kabine, verbrennen die Kontakte, werden heiß und fallen irgendwann aus.
Ein Relais löst 3 Probleme auf einmal:
- Lebensdauer des Schalters. Der Schalter führt nur den Spulenstrom des Relais, bei einem üblichen 12-V-Kfz-Relais typischerweise 0,1 A bis 0,2 A. Er bleibt kalt und hält lange.
- Spannung am Scheinwerfer. Die starke Leitung kann auf dem kürzesten Weg von der Batterie über das Relais zum Scheinwerfer laufen, statt den Umweg über das Armaturenbrett zu nehmen. Dadurch geht unterwegs weniger Spannung verloren.
- Schutz des Kabinenkabelbaums. Die werkseitige Verkabelung hinter dem Armaturenbrett muss keine zusätzliche Last tragen. Das ist bei modernen Traktoren mit CAN-Bus-Elektronik hinter jeder Verkleidung wichtig.
Ein einzelner kleiner LED-Arbeitsscheinwerfer mit 2 A bis 3 A kann ohne Relais über einen ausreichend belastbaren Schalter laufen, und manche kompakten Scheinwerfer haben einen eingebauten Schalter. Alles darüber und jeder Halogenscheinwerfer sollte über ein Relais geschaltet werden. Zur Frage, wie viel zusätzliche Last ein Traktor verträgt, lesen Sie Zusatzscheinwerfer am Traktor nachrüsten, ohne den Stromkreis zu überlasten.
Relaisklemmen erklärt: 30, 85, 86, 87 und 87a
Die Anschlüsse von Kfz-Relais sind nach DIN 72552 nummeriert, und die Nummern sind neben jedem Flachstecker in den Relaissockel eingeprägt. Ein 4-poliges Relais hat die Klemmen 30, 85, 86 und 87. Ein 5-poliges Wechslerrelais hat zusätzlich Klemme 87a.
| Klemme | Funktion | Verbunden mit | Empfohlene Leitungsfarbe |
|---|---|---|---|
| 30 | Gemeinsamer Kontakt, Haupteinspeisung | Batterie-Pluspol, über die Hauptsicherung | Rot (stark) |
| 87 | Schließerausgang, stromführend bei eingeschaltetem Relais | Plusleitung zum Arbeitsscheinwerfer | Rot oder braun (stark) |
| 86 | Spule Plus | Ausgang des Kabinenschalters | Beliebige Farbe, dünn, zum Beispiel grün |
| 85 | Spule Minus | Rahmenmasse | Schwarz (dünn) |
| 87a | Öffnerausgang, stromführend bei ausgeschaltetem Relais (nur 5-polige Relais) | Bei einer einfachen Arbeitsscheinwerferschaltung frei lassen | Nicht belegt |
Wenn der Schalter Spannung auf Klemme 86 gibt, fließt Strom durch die Spule zur Masse an Klemme 85. Die Spule wird zu einem kleinen Elektromagneten und zieht den inneren Kontakt von 87a (falls vorhanden) auf 87. Klemme 30 ist jetzt mit Klemme 87 verbunden, und die Scheinwerfer leuchten. Öffnet der Schalter, zieht eine Feder den Kontakt zurück und die Scheinwerfer gehen aus.
Bei den meisten Relais ist die Spule nicht gepolt, 85 und 86 lassen sich also vertauschen. Manche Relais haben eine Diode oder einen Widerstand parallel zur Spule, um die Spannungsspitze beim Abschalten abzufangen. Bei diesen kommt es auf die Polarität an: 86 muss Plus und 85 Minus sein, sonst kann die Diode durchlegieren und die Sicherung des Schalters auslösen. Ist auf dem Relaisgehäuse ein Diodensymbol aufgedruckt, halten Sie sich genau an die Klemmennummern.
Ein 5-poliges Relais funktioniert in einer 4-poligen Schaltung, wenn Sie 87a frei lassen. Die zusätzliche Klemme ist praktisch, wenn eine Scheinwerfergruppe an sein soll, während eine andere aus ist, zum Beispiel hintere Arbeitsscheinwerfer, die auf eine eigene Rückfahrgruppe umschalten.
Relais werden nach Kontaktstrom eingeteilt, üblich sind 20 A, 30 A oder 40 A, und nach Spulenspannung. Wählen Sie das Relais mit deutlicher Reserve über der Scheinwerferlast. Für 2 bis 4 LED-Scheinwerfer ist ein 30-A-Relais die übliche Wahl. In der Kategorie 12-V-Relais finden Sie Schließer- und Wechslerrelais mit passenden Sockeln.
Leitungsquerschnitt nach Strom und Leitungslänge
Der Leitungsquerschnitt hängt von 2 Dingen ab: wie viel Strom die Leitung führt und über welche Strecke. Der Strom entscheidet, ob die Leitung überhitzt. Die Länge entscheidet, wie viel Spannung bis zum Scheinwerfer verloren geht, denn jeder Meter Kupfer erhöht den Widerstand.
Typische Strombelastbarkeit von Kfz-Leitungen
Dünnwandige Kfz-Leitungen (nach ISO 6722, meist bis 105 °C ausgelegt) sind heute der Standard für die Fahrzeugverkabelung. Leitungshersteller geben für eine einzelne, frei verlegte Leitung etwa folgende Werte an:
| Querschnitt | Typischer Litzenaufbau | Typische Belastbarkeit |
|---|---|---|
| 0,5 mm² | 16/0,20 | Etwa 11 A |
| 1,0 mm² | 32/0,20 | Etwa 16 A |
| 2,0 mm² | 28/0,30 | Etwa 25 A |
| 3,0 mm² | 44/0,30 | Etwa 33 A |
| 4,0 mm² | 56/0,30 | Etwa 39 A |
| 6,0 mm² | 84/0,30 | Etwa 50 A |
Ältere dickwandige PVC-Leitungen sind bei gleichem Querschnitt geringer belastbar, und Leitungen, die eng im Kabelbaum gebündelt oder nahe am Motor verlegt sind, müssen abgewertet werden. Betrachten Sie diese Werte als Obergrenze, nicht als Zielwert, und prüfen Sie die Angaben Ihres Lieferanten.
Leitungsquerschnitt für einen Spannungsfall unter etwa 0,5 V
Bei Beleuchtung bestimmt in der Regel der Spannungsfall den Querschnitt, lange bevor die Erwärmung eine Rolle spielt. Ziel ist, zwischen Batterie und Scheinwerfer in einem 12-V-Bordnetz nicht mehr als etwa 0,5 V zu verlieren, das sind rund 4 Prozent. Die folgende Tabelle bezieht sich auf die gesamte Leitungslänge: Hinleitung zum Scheinwerfer plus Masseleitung zurück. Ist der Scheinwerfer in der Nähe am Rahmen auf Masse gelegt, zählt nur die Hinleitung.
| Scheinwerferstrom (12 V) | Bis 3 m gesamt | Bis 6 m gesamt | Bis 9 m gesamt | Bis 12 m gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 5 A (1 bis 2 LED-Scheinwerfer) | 1,0 mm² | 1,5 mm² | 2,0 mm² | 2,5 mm² |
| 10 A (3 bis 4 LED-Scheinwerfer) | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 4,0 mm² | 6,0 mm² |
| 15 A | 2,0 mm² | 4,0 mm² | 6,0 mm² | Auf 2 Stromkreise aufteilen |
| 20 A | 2,5 mm² | 6,0 mm² | Auf 2 Stromkreise aufteilen | Auf 2 Stromkreise aufteilen |
| 25 A | 4,0 mm² | 6,0 mm² | Auf 2 Stromkreise aufteilen | Auf 2 Stromkreise aufteilen |
Die Werte sind aus dem Widerstand von Kupfer mit einem Zuschlag für warmen Betrieb berechnet. In einem 24-V-Bordnetz verursacht derselbe Strom denselben Spannungsfall, prozentual ist das aber nur die Hälfte. Außerdem nimmt ein 24-V-Scheinwerfer gleicher Leistung nur den halben Strom auf. Bei 24 V kommen Sie deshalb meist mit ein oder zwei Querschnittsstufen weniger aus.
Ein Praxisbeispiel: 4 LED-Scheinwerfer mit je 40 W auf dem Kabinendach ziehen bei 12 V etwa 13 A. Das Relais sitzt unter der Motorhaube, die Scheinwerfer sind etwa 4 m entfernt, und jeder Scheinwerfer ist an die Batterie zurückgeführt. Die gesamte Leitungslänge beträgt also etwa 8 m. Rechnerisch verlieren 13 A über 8 m bei 4,0 mm² etwa 0,5 V, also genau an der Grenze. 4,0 mm² ist damit der Mindestquerschnitt für die Hauptleitung, 6,0 mm² bietet etwas Reserve. Teilen Sie das Dach in ein vorderes und ein hinteres Paar an 2 Relais auf, zieht jedes Paar etwa 6,5 A und 2,5 mm² reichen aus.
Leitungsspezifikation für den landwirtschaftlichen Einsatz
Verwenden Sie feindrähtige Kfz-Leitung, niemals eindrähtige Installationsleitung aus der Hauselektrik, die unter Vibration bricht. Verzinntes Kupfer ist bei Nässe und Schmutz korrosionsbeständiger. Verlegen Sie die Leitung im Wellrohr oder geschlitzten Schutzschlauch, wo sie an scharfen Kanten, beweglichen Teilen oder Wärmequellen vorbeiläuft, und setzen Sie überall dort eine Tülle ein, wo sie durch Blech geführt wird.
Sicherungsgröße für Arbeitsscheinwerfer
Eine Sicherung schützt die Leitung, nicht den Scheinwerfer. Sie muss auslösen, bevor die geschützte Leitung überhitzen kann, und wird deshalb zwischen dem normalen Betriebsstrom des Stromkreises und der zulässigen Belastbarkeit der Leitung bemessen.
Für die meisten Arbeitsscheinwerferkreise genügt eine einfache Regel: Addieren Sie den Strom der Scheinwerfer, multiplizieren Sie mit etwa 1,25 und runden Sie auf die nächste Standardgröße auf. Prüfen Sie dann, dass der Wert unter der Belastbarkeit der Leitung liegt. Übliche Flachsicherungswerte sind 5 A, 7,5 A, 10 A, 15 A, 20 A, 25 A und 30 A.
| Scheinwerfer (je 40 W LED) | Strom bei 12 V | Strom bei 24 V | Sicherung bei 12 V | Sicherung bei 24 V |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 3,3 A | 1,7 A | 5 A | 3 A oder 5 A |
| 2 | 6,7 A | 3,3 A | 10 A | 5 A |
| 3 | 10 A | 5 A | 15 A | 7,5 A |
| 4 | 13,3 A | 6,7 A | 20 A | 10 A |
| 6 | 20 A | 10 A | 25 A | 15 A |
LED-Scheinwerfer ziehen beim Einschalten kurz einen Einschaltstrom. Eine genau auf den Betriebsstrom bemessene Sicherung kann deshalb scheinbar grundlos auslösen. Der Faktor 1,25 berücksichtigt das. Auch Halogenscheinwerfer nehmen kurzzeitig mehr Strom auf, solange der Glühfaden kalt ist.
Setzen Sie die Hauptsicherung so nah wie praktisch möglich an den Batterie-Pluspol, ideal innerhalb von 150 mm bis 300 mm. Die Leitung zwischen Batterie und Sicherung ist völlig ungeschützt, und eine durchgescheuerte Stelle dort ist die klassische Ursache für einen Kabelbrand. Ein abgedichteter fliegender Sicherungshalter oder ein wasserdichter Flachsicherungshalter eignet sich für Landmaschinen. Auch der Steuerstromkreis der Relaisspule braucht eine eigene kleine Sicherung, meist 3 A bis 5 A, sofern er nicht schon aus einem abgesicherten Stromkreis gespeist wird. Unter Sicherungen und Sicherungshalter finden Sie fliegende Halter, Flachsicherungs- und Maxi-Halter, und unser Ratgeber zu Sicherungen und Stromkreisschutz für Fahrzeugbeleuchtung geht ins Detail.
Schalter für Arbeitsscheinwerfer
Da der Schalter nur die Relaisspule ansteuert, eignet sich fast jeder Schalter, der für die Bordnetzspannung ausgelegt ist. Die Auswahl hängt von Einbau, Bedienung und der Frage ab, ob Sie eine Kontrollleuchte möchten.
Wippschalter
Ein Wippschalter passt in einen rechteckigen Ausschnitt und ist die häufigste Wahl für nachgerüstete Arbeitsscheinwerfer. Beleuchtete Ausführungen haben einen dritten Anschluss für Masse, damit die Leuchte im Schalter im eingeschalteten Zustand leuchtet. Viele tragen ein Symbol auf der Wippe, üblich ist das Symbol für Arbeitsscheinwerfer.
Kippschalter
Ein Kippschalter wird durch eine runde Bohrung montiert, oft 12 mm, und passt gut in eine kleine Konsole oder Blende. Ist er der Witterung ausgesetzt, setzen Sie eine Gummikappe auf.
Druckschalter
Ein Druckschalter kann rastend (einmal drücken ein, nochmal drücken aus) oder tastend sein. Verwenden Sie für Arbeitsscheinwerfer eine rastende Ausführung. Taster brauchen ein Stromstoßrelais oder ein Modul dahinter.
Werkseitige Schalterplätze
Viele Traktoren haben freie Schalterplätze oder einen vorverdrahteten Arbeitsscheinwerferkreis mit freiem Relaissteckplatz. Diese zu nutzen sieht aus wie ab Werk, prüfen Sie aber vorher die Betriebsanleitung oder den Schaltplan. Ein werkseitiger Stromkreis kann bereits belastet sein und an einem Steuergerät hängen, das den Strom überwacht.
So wird der Schalter angeschlossen
Speisen Sie den Schalter aus einer abgesicherten, über die Zündung geschalteten Versorgung, damit die Scheinwerfer bei abgezogenem Schlüssel nicht anbleiben können. Der Schalterausgang geht an Relaisklemme 86. Bei einem beleuchteten Schalter kommt der Masseanschluss an eine gute Masse hinter dem Armaturenbrett. Die Anschlussbezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller, prüfen Sie daher vor dem Anschließen den Schaltplan auf dem Schalter oder der Verpackung. Im Sortiment 12-V-Schalter finden Sie Wipp-, Kipp- und beleuchtete Schalter.
Variante 1: Ein Schalter, ein Relais, 2 Arbeitsscheinwerfer
Das ist die Standardvariante für ein Scheinwerferpaar auf dem Kabinendach, vorne oder hinten. Sie eignet sich für bis zu 4 LED-Scheinwerfer an einem 30-A-Relais, sofern die Leitung für den Gesamtstrom bemessen ist.
- Batterie-Minuspol abklemmen. Das ist der erste Schritt. Halten Sie die Leitung vom Pol fern.
- Leitungswege planen. Legen Sie fest, wo das Relais sitzt (an einer trockenen Stelle nahe der Batterie, weg von der Abgaswärme), wo die Leitung in die Kabine oder aufs Dach geht und wo der Schalter hinkommt. Messen Sie die tatsächlichen Leitungslängen, nicht die Luftlinie.
- Relais montieren. Befestigen Sie den Relaissockel so an einer Wand, dass die Flachstecker nach unten zeigen. So läuft Wasser ab, statt in den Sockel zu laufen.
- Hauptleitung verlegen. Verlegen Sie eine starke rote Leitung vom Batterie-Pluspol zu Klemme 30. Setzen Sie den fliegenden Sicherungshalter innerhalb von 300 mm zur Batterie, die Sicherung aber noch nicht ein.
- Scheinwerferleitung verlegen. Verlegen Sie eine Leitung gleichen Querschnitts von Klemme 87 zu den Scheinwerfern. Verzweigen Sie zu den 2 Scheinwerfern mit einem abgedichteten Verbinder oder einer korrekt gecrimpten Spleißstelle nahe an den Scheinwerfern, nicht am Relais.
- Schalter anschließen. Führen Sie eine abgesicherte, über die Zündung geschaltete Versorgung an den Schaltereingang. Verlegen Sie eine dünne Leitung vom Schalterausgang zu Klemme 86.
- Spule auf Masse legen. Verlegen Sie eine dünne schwarze Leitung von Klemme 85 zu einem sauberen Massepunkt am Rahmen.
- Scheinwerfer auf Masse legen. Verlegen Sie von jedem Scheinwerfer-Minus eine schwarze Leitung gleichen Querschnitts wie die Plusleitung zum Batterie-Minuspol oder zu einem gereinigten Massepunkt nahe den Scheinwerfern, sofern der Masseweg über den Rahmen zur Batterie einwandfrei ist.
- Verbindungen abdichten. Verwenden Sie an jeder Verbindung außerhalb der Kabine abgedichtete Steckverbinder oder Schrumpfschlauch mit Innenkleber. Setzen Sie in jede Bohrung eine Tülle.
- Prüfen. Setzen Sie die Sicherung ein, klemmen Sie die Batterie wieder an und schalten Sie ein. Das Relais sollte klicken und die Scheinwerfer leuchten. Messen Sie bei laufendem Motor die Spannung an den Scheinwerferanschlüssen und vergleichen Sie sie mit der Batteriespannung. Eine Differenz von mehr als etwa 0,5 V deutet auf einen zu kleinen Querschnitt oder eine schlechte Verbindung hin.
Variante 2: Vordere und hintere Gruppe an 2 Schaltern
Diese Variante erlaubt das getrennte Schalten der vorderen und hinteren Scheinwerfer, was die meisten Fahrer für Bodenbearbeitung, Laderarbeiten und das Ankuppeln wünschen. Außerdem halbiert sie den Strom je Stromkreis, sodass die Leitungen dünner ausfallen können.
- Batterie-Minuspol abklemmen.
- 2 Relais nebeneinander montieren. Beschriften Sie sie mit vorne und hinten.
- Beide Relais von der Batterie speisen. Verlegen Sie entweder 2 getrennt abgesicherte Leitungen oder eine stärkere Leitung zu einem kleinen abgesicherten Verteilerblock mit einer Sicherung je Relais. Jedes Relais braucht eine eigene, auf seine Last bemessene Sicherung.
- Verlegen Sie die vordere Scheinwerferleitung von Klemme 87 des vorderen Relais zu den vorderen Scheinwerfern und die hintere Scheinwerferleitung von Klemme 87 des hinteren Relais zu den hinteren Scheinwerfern.
- 2 Schalter einbauen. Speisen Sie beide aus derselben abgesicherten, über die Zündung geschalteten Versorgung. Der Ausgang von Schalter 1 geht an Klemme 86 des vorderen Relais, der Ausgang von Schalter 2 an Klemme 86 des hinteren Relais.
- Legen Sie beide Spulen (Klemme 85 an jedem Relais) und jeden Scheinwerfer wie in Variante 1 auf Masse.
- Abdichten, ordentlich verlegen und prüfen: erst jeden Stromkreis einzeln, dann beide zusammen bei laufendem Motor.
Eine Abwandlung dieser Variante verwendet einen Schalter mit 3 Stellungen (aus, vorne, vorne und hinten), der die beiden Relaisspulen ansteuert. Ein fertiges Mehrfachrelaismodul erledigt dasselbe in einem abgedichteten Gehäuse, wenn Sie weniger Verbindungsstellen möchten.
Arbeitsscheinwerfer im 24-V-Bordnetz anschließen
An einer 24-V-Maschine werden Arbeitsscheinwerfer mit genau derselben Schaltung angeschlossen wie bei 12 V. Relaisklemmen, Schalterposition und Masseführung bleiben gleich. Vier Dinge ändern sich:
- Das Relais braucht eine 24-V-Spule. Ein 12-V-Relais an 24 V überhitzt die Spule und fällt aus. Ein 24-V-Relais an 12 V zieht unter Umständen gar nicht an. Die Spulenspannung steht auf dem Relaisgehäuse. Wählen Sie aus dem Sortiment 24-V-Relais.
- Die Scheinwerfer müssen für 24 V ausgelegt sein. Die meisten LED-Arbeitsscheinwerfer sind Mehrspannungsgeräte, oft für 9 bis 32 V oder 10 bis 30 V, und funktionieren an beiden Spannungen. Halogenscheinwerfer brauchen 24-V-Glühlampen. Eine 12-V-Lampe an 24 V brennt fast sofort durch.
- Der Strom halbiert sich. Ein 40-W-Scheinwerfer nimmt bei 24 V etwa 1,7 A auf statt 3,3 A bei 12 V. Die Sicherungen werden entsprechend kleiner gewählt, und die Leitung kann bei gleicher Länge oft ein oder zwei Querschnittsstufen kleiner sein.
- Die Schalterbeleuchtung muss für 24 V geeignet sein. Bei einem beleuchteten 12-V-Schalter brennt an 24 V die Kontrollleuchte durch, auch wenn die Kontakte die Spannung vertragen würden.
Bei einer Maschine mit 2 in Reihe geschalteten Batterien nehmen Sie die Versorgung am 24-V-Pluspol ab (an der Batterie, deren Pluspol nicht mit der anderen Batterie verbunden ist). Greifen Sie niemals 12 V in der Mitte eines Batteriepaars ab, um 12-V-Scheinwerfer zu betreiben. Das bringt die Batterien aus dem Gleichgewicht und verkürzt ihre Lebensdauer. Verwenden Sie stattdessen einen passenden Spannungswandler von 24 V auf 12 V. Unser Ratgeber zu 12-V- und 24-V-Systemen für Arbeitsbeleuchtung erklärt, wie Sie feststellen, mit welcher Spannung Ihre Maschine arbeitet.
Masseführung: die Hälfte des Stromkreises, an der gern gespart wird
Die Masseleitung führt denselben Strom wie die Plusleitung. Sie braucht daher denselben Querschnitt und dieselbe Sorgfalt. Eine schlechte Masse ist der häufigste Grund für schwache oder flackernde Arbeitsscheinwerfer nach einem Einbau.
Masse zurück zur Batterie
Eine eigene Masseleitung von jedem Scheinwerfer zum Batterie-Minuspol bringt das zuverlässigste Ergebnis. Sie kostet mehr Leitung, schließt aber jeden Zweifel an Rahmen, Kabinenlagern oder lackierten Haltern aus.
Masse am Rahmen
Eine Rahmenmasse spart Leitung und ist in Ordnung, wenn der metallische Weg zurück zur Batterie einwandfrei ist. Schaben Sie Lack und Rost rund um die Schraubenbohrung bis aufs blanke Metall ab, verwenden Sie einen Ringkabelschuh und eine Zahnscheibe, ziehen Sie fest an und schützen Sie die Verbindung anschließend mit Fett oder Schutzspray gegen Wasser.
Denken Sie daran, dass die meisten Traktorkabinen auf Gummilagern sitzen. Die Kabine ist über ein Masseband mit dem Rahmen verbunden. Ist dieses Band korrodiert oder gebrochen, arbeitet jeder Scheinwerfer, der am Kabinendach auf Masse liegt, unzuverlässig. Führen Sie die Masse der Dachscheinwerfer zur Batterie zurück, umgehen Sie dieses Problem.
Steckverbinder und Abdichtung
Jede Verbindung außerhalb der Kabine ist Wasser, Schmutz, Hochdruckreiniger und Vibration ausgesetzt. Verwenden Sie an den Scheinwerfern abgedichtete Steckverbinder wie Deutsch DT oder Superseal, für Leitungsverbindungen Stoßverbinder mit Schrumpfschlauch und Innenkleber, und crimpen Sie, statt zu verdrillen oder zu umwickeln. Unser Ratgeber zu elektrischen Steckverbindern am Traktor stellt die wichtigsten Typen vor und erklärt das Crimpen.
Tragen Sie vor der Montage etwas Kontaktfett auf Relaisstecker und nicht abgedichtete Steckkontakte auf. Binden Sie den neuen Kabelstrang in regelmäßigen Abständen mit Kabelbindern an vorhandene Kabelbäume, damit er nicht scheuern kann, und lassen Sie dort, wo die Leitung in das Relais oder einen Scheinwerfer geht, eine Tropfschlaufe, damit Wasser an der Schlaufe abläuft statt in den Stecker.
Anschlusssätze
Ein Anschlusssatz für Arbeitsscheinwerfer ist ein vorkonfektionierter Kabelbaum mit Relais, Sicherungshalter, Schalter und Leitungen, fertig für 1, 2 oder 4 Scheinwerfer. Solche Sätze sparen Zeit und nehmen Ihnen bei einem Standardeinbau die Bemessung ab. Prüfen Sie, ob die Leitungslänge zu Ihrer Maschine passt, denn ein Satz für einen Pick-up oder ein Quad kann für ein Traktorkabinendach zu kurz sein, und ob die Stecker am Scheinwerferende zu Ihren Scheinwerfern passen. Ein individueller Kabelbaum eignet sich für Maschinen mit Scheinwerfern in mehreren Bereichen, ungewöhnlichen Leitungswegen oder einem werkseitigen Stromkreis, den Sie einbinden möchten.
Häufige Fehler bei der Verdrahtung von Arbeitsscheinwerfern
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Was prüfen |
|---|---|---|
| Scheinwerfer flackern oder werden auf unebenem Boden dunkler | Schlechte Masse oder lockere Crimpverbindung | Massepunkte, Crimpstellen, Steckkontakte |
| Scheinwerfer im Leerlauf dunkel, mit Drehzahl heller | Ladesystem oder Spannungsfall | Batteriespannung bei laufendem Motor, Spannung am Scheinwerfer |
| Sicherung löst beim Einschalten aus | Masseschluss nach dem Relais oder Sicherung für den Einschaltstrom zu klein | Durchgescheuerte Leitung an Tüllen und Haltern, Sicherungswert |
| Relais klickt, Scheinwerfer bleiben aus | Unterbrechung im Laststromkreis | Spannung an Klemme 30 und 87, Masse des Scheinwerfers |
| Relais klickt nicht | Keine Spulenversorgung oder keine Spulenmasse | Schaltersicherung, Spannung an Klemme 86, Masse an Klemme 85 |
| Scheinwerfer lassen sich nicht ausschalten | Relaiskontakte verschweißt oder 87 und 87a vertauscht | Relais tauschen, Klemmenbelegung prüfen |
| Relais brummt oder flattert | Zu geringe Spulenspannung oder 12-V-Relais an 24 V | Spulennennspannung, Spannung der Schalterversorgung |
Zum Prüfen des Laststromkreises schalten Sie ein und messen von Klemme 30 gegen Masse (sollte Batteriespannung zeigen), dann von Klemme 87 gegen Masse (sollte nach dem Klicken des Relais denselben Wert zeigen). Liegt an 87 Batteriespannung an, der Scheinwerfer leuchtet aber nicht, liegt der Fehler zwischen Relais und Scheinwerfer oder in der Masse des Scheinwerfers.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für LED-Arbeitsscheinwerfer ein Relais?
Ein Relais ist für jede Arbeitsscheinwerfergruppe empfehlenswert und unverzichtbar, sobald sich der Gesamtstrom der Belastbarkeit des Schalters nähert. Ein einzelner kleiner LED-Scheinwerfer mit 2 A bis 3 A kann über einen ausreichend belastbaren Schalter laufen, aber 2 oder mehr Scheinwerfer und jeder Halogenscheinwerfer sollten über ein Relais geschaltet werden, damit Schalter und Kabinenverkabelung kühl bleiben.
Welche Relaisklemme kommt an den Schalter?
Klemme 86 kommt an den Schalterausgang, Klemme 85 an Masse, Klemme 30 an die abgesicherte Batterieleitung und Klemme 87 an die Scheinwerfer. Klemme 87a eines 5-poligen Relais bleibt bei einer einfachen Arbeitsscheinwerferschaltung frei.
Welchen Leitungsquerschnitt brauche ich für 12-V-Arbeitsscheinwerfer?
Für 2 LED-Arbeitsscheinwerfer mit etwa 5 A bis 7 A über eine am Traktor typische Leitungslänge von 6 m hin und zurück halten 2,5 mm² den Spannungsfall unter etwa 0,5 V. Vier Scheinwerfer an einem Stromkreis brauchen etwa 4,0 mm². Alternativ teilen Sie sie auf 2 Relais auf und verwenden je Kreis eine dünnere Leitung.
Kann ich ein 12-V-Relais an einem 24-V-Traktor verwenden?
Nein. Eine 12-V-Relaisspule nimmt an 24 V den doppelten Nennstrom auf, überhitzt und fällt aus. Verwenden Sie ein Relais mit 24-V-Spule. Die Kontaktbelastbarkeit kann gleich bleiben, und die Scheinwerfer ziehen nur halb so viel Strom wie bei 12 V.
Welche Sicherung für 2 LED-Arbeitsscheinwerfer?
Zwei LED-Arbeitsscheinwerfer mit je 40 W ziehen bei 12 V etwa 6,7 A, eine 10-A-Sicherung ist daher die übliche Wahl. Bei 24 V zieht dasselbe Paar etwa 3,3 A, dann passt eine 5-A-Sicherung. Achten Sie immer darauf, dass die Sicherung unter der Strombelastbarkeit der geschützten Leitung liegt.



