Traktor-Scheinwerfer: H4 oder H7, LED-Zulassung und Umrüstung

In this guide
- Was Traktor-Scheinwerfer leisten
- Vorschriften für Traktor-Scheinwerfer in Deutschland
- Arten von Traktor-Scheinwerfern
- H4 oder H7: Lampen für Traktor-Scheinwerfer
- Sind LED-Scheinwerferlampen in Deutschland erlaubt
- Zugelassene LED-Scheinwerfereinheiten
- Halogen, LED und Xenon im Vergleich
- Einbau und Kompatibilität
- Traktor-Scheinwerfer auf LED umrüsten
- Häufige Fehler an Traktor-Scheinwerfern
- Wartung von Traktor-Scheinwerfern
- Häufig gestellte Fragen
Ein Traktor-Scheinwerfer ist der nach vorne gerichtete Hauptscheinwerfer, der Abblend- und Fernlicht für die Fahrt bei Dunkelheit liefert. Die meisten Traktoren verwenden Halogenlampen H4 oder H7 oder geschlossene LED-Scheinwerfereinheiten. In Deutschland gehören Scheinwerfer nach der StVZO zur vorgeschriebenen Beleuchtung von Traktoren, und alle lichttechnischen Einrichtungen müssen bauartgenehmigt sein. Eine LED-Nachrüstlampe in einem Halogenscheinwerfer ist nur dann zulässig, wenn für genau diese Lampe und genau dieses Fahrzeugmodell eine Genehmigung vorliegt. Für Traktoren ist das in der Praxis kaum der Fall.
Dieser Ratgeber erklärt, was die Vorschriften in Deutschland für Traktor-Scheinwerfer verlangen, welche Scheinwerferarten es gibt, worin sich H4 und H7 unterscheiden, ob LED-Scheinwerferlampen erlaubt sind, welche LED-Scheinwerfereinheiten zugelassen sind und wie Einbau, Umrüstung, Einstellung und Wartung funktionieren.
Was Traktor-Scheinwerfer leisten
Ein Traktor-Scheinwerfer leuchtet die Straße vor dem Fahrzeug mit einem geformten Lichtbündel aus. Das Abblendlicht hat eine scharfe Hell-Dunkel-Grenze, die den Gegenverkehr nicht blendet, und das Fernlicht leuchtet weiter voraus, wenn niemand entgegenkommt. Traktor-Scheinwerfer müssen das bei schnellen Traktoren bis etwa 60 km/h leisten, und zwar auf schmalen, unbeleuchteten Gemeindestraßen, auf denen der Traktor oft das breiteste Fahrzeug weit und breit ist.
Traktor-Scheinwerfer sind keine Arbeitsscheinwerfer. Scheinwerfer zeigen nach vorne und erzeugen ein kontrolliertes Lichtbündel für die Straße. Arbeitsscheinwerfer sitzen am Kabinendach, am Heck oder an den Seiten und leuchten den Arbeitsbereich breit aus. Arbeitsscheinwerfer sind für Feld und Hof gedacht; während der Fahrt im Straßenverkehr dürfen sie nicht eingeschaltet sein, dort übernehmen die Scheinwerfer die Aufgabe.
Viele Traktoren haben 2 Paar Hauptscheinwerfer: eines in der Motorhaube oder im Kühlergrill und ein zweites weiter oben an der Kabine oder am Frontdach. Das obere Paar ist dafür da, dass Frontlader, Frontanbaugeräte oder Frontgewichte die unteren Scheinwerfer verdecken können. Verdeckt etwas an der Front die unteren Scheinwerfer, schalten Sie für die Straßenfahrt auf das obere Paar um. Frontlader und Gabeln sollten auf der Straße abgesenkt und Zinken gesichert oder abgedeckt sein, denn angehobene Gabeln sind ein gefährlicher Überstand.
Vorschriften für Traktor-Scheinwerfer in Deutschland
Die Beleuchtung von Fahrzeugen ist in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geregelt, vor allem in den §§ 49a bis 54; den Gebrauch der Beleuchtung im Verkehr regelt die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen gelten einige besondere Bestimmungen. Die wichtigsten Punkte:
- Wer sie braucht: Zugmaschinen und selbstfahrende Arbeitsmaschinen im Straßenverkehr müssen Scheinwerfer als Teil der vorgeschriebenen Beleuchtung haben. Für sehr langsame Fahrzeuge und ältere Fahrzeuge enthält die StVZO Ausnahmen und Übergangsbestimmungen; im Zweifel klärt Ihre Prüforganisation, was für Ihren Traktor gilt.
- Wann: Nach § 17 StVO ist die vorgeschriebene Beleuchtung während der Dämmerung, bei Dunkelheit und immer dann zu benutzen, wenn die Sichtverhältnisse es erfordern. Auch am Tag ist Abblendlicht bei Fahrzeugen ohne Tagfahrlicht empfehlenswert.
- Lichtfarbe: Nach vorne ist grundsätzlich weißes Licht zulässig; Nebelscheinwerfer dürfen auch hellgelb leuchten.
- Blendung: Scheinwerfer müssen so eingestellt sein und so abgeblendet werden können, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden.
- Bauartgenehmigung: Ersetzen Sie Leuchten gleichwertig durch bauartgenehmigte Leuchten mit E-Prüfzeichen oder nationalem Prüfzeichen. Neue Traktoren werden nach der EU-Verordnung 167/2013 typgenehmigt; der Anbau der lichttechnischen Einrichtungen ist in der Verordnung (EU) 2015/208, Anhang XII, festgelegt.
Auch an älteren Traktoren müssen vorhandene Scheinwerfer funktionieren und dürfen nicht blenden. Für die Neigung des Lichtbündels gilt der Wert, der am Traktor oder in der Betriebsanleitung angegeben ist. Wie Sie ihn einstellen, zeigt unser Ratgeber zur Scheinwerfereinstellung am Traktor.
Genehmigungsvorschriften für Scheinwerfer
Scheinwerfer werden nach UNECE-Regelungen genehmigt. Halogen- und LED-Scheinwerfer mit asymmetrischem Abblendlicht wurden nach R112 genehmigt, Xenonscheinwerfer nach R98 und Scheinwerfer mit symmetrischem Abblendlicht nach R113. Diese Regelungen sind inzwischen in der R149 zusammengefasst, die für neue Genehmigungen gilt. Ein Scheinwerfer mit einer dieser Nummern, einem E- oder e-Prüfzeichen und dem Funktionskürzel (zum Beispiel HCR für Halogen-Abblend- und Fernlicht) ist für den Straßenverkehr geprüft. Deutschland hat die Kennziffer 1 (E1), Prüfzeichen aus allen EU- und UNECE-Staaten sind aber gültig.
Achten Sie auch auf das Verkehrsrichtungssymbol. In Deutschland herrscht Rechtsverkehr. Ein Scheinwerfer für Linksverkehr (etwa aus einem Traktor mit britischer Ausstattung) trägt einen Pfeil in der Kennzeichnung und wirft sein Abblendlicht in Deutschland zum Gegenverkehr hin. Ein Scheinwerfer ohne Pfeil ist für Rechtsverkehr gebaut; ein Doppelpfeil kennzeichnet Scheinwerfer, die für beide Verkehrsrichtungen umstellbar sind.
Arten von Traktor-Scheinwerfern
Traktor-Scheinwerfer gibt es in 3 Hauptbauarten: Sealed-Beam-Einheiten, Scheinwerfer mit austauschbarer Lampe und komplette LED-Scheinwerfereinheiten.
Sealed-Beam-Scheinwerfer
Ein Sealed-Beam-Scheinwerfer ist eine geschlossene Einheit, bei der Glühfaden, Reflektor und Lichtscheibe fest miteinander verbunden sind. Fällt der Glühfaden aus, wird die ganze Einheit getauscht. Sealed Beams waren an älteren Traktoren verbreitet und finden sich noch an Oldtimern und klassischen Maschinen. Gängige Größen sind 5,75 Zoll rund (etwa 146 mm) und 7 Zoll rund (etwa 178 mm) sowie einige rechteckige Formate.
Viele Sealed-Beam-Größen gibt es auch als halbgeschlossene Einsätze: Glaslichtscheibe und Reflektor mit austauschbarer H4-Lampe, die im Betrieb günstiger und heller ist als ein alter Sealed Beam.
Scheinwerfer mit austauschbarer Lampe
Dieser Scheinwerfer besteht aus Reflektor und Lichtscheibe mit einer separaten Lampe, die von hinten eingesetzt wird. Die meisten Traktoren ab den 1990er-Jahren nutzen diese Bauart, meist mit H4-Lampen (Abblend- und Fernlicht in einer Lampe) oder H7-Lampen (eine Lampe pro Lichtfunktion). Eine durchgebrannte Lampe ist schnell und günstig getauscht, ohne dass ein neuer Scheinwerfer nötig wird.
LED-Scheinwerfereinheiten
Eine LED-Scheinwerfereinheit ist ein kompletter Scheinwerfer, bei dem LED-Lichtquellen, Optik und Lichtscheibe eine geschlossene Baugruppe bilden. Zugelassene LED-Scheinwerfereinheiten gibt es in den gängigen runden und rechteckigen Größen als direkten Ersatz für Sealed-Beam- und Lampenscheinwerfer. Neue Traktoren verlassen das Werk zunehmend serienmäßig mit LED-Scheinwerfern.
H4 oder H7: Lampen für Traktor-Scheinwerfer
H4 und H7 sind die 2 Halogenlampen, die in den meisten Traktor-Scheinwerfern stecken, und sie sind nicht untereinander austauschbar. Die H4 ist eine Zweifadenlampe für Abblend- und Fernlicht. Die H7 ist eine Einfadenlampe für eine Lichtfunktion; ein Scheinwerfer für H7 nutzt also eine Lampe für das Abblendlicht und eine separate Lampe oder Scheinwerferkammer für das Fernlicht.
| Merkmal | H4 | H7 |
|---|---|---|
| Glühfäden | 2 (Abblend- und Fernlicht) | 1 |
| Sockel | P43t | PX26d |
| Anschlüsse | 3 | 2 |
| Standardleistung 12 V | 60/55 W | 55 W |
| Standardleistung 24 V | 75/70 W | 70 W |
| Typischer Lichtstrom 12 V (ca.) | 1.650 lm Fernlicht / 1.000 lm Abblendlicht | 1.500 lm |
| Typischer Einsatz am Traktor | Kombinierte Abblend- und Fernscheinwerfer, halbgeschlossene Rundeinsätze | Getrennte Reflektoren für Abblend- und Fernlicht oder Projektionsscheinwerfer |
Am schnellsten erkennen Sie die Lampe an der Rückseite: 3 Flachkontakte bedeuten H4, 2 Kontakte bedeuten H7. Achten Sie immer auf die Spannung, denn eine 12-V-Lampe im 24-V-Bordnetz brennt fast sofort durch. Alle Details zu beiden Lampen finden Sie in unseren Ratgebern zu H4-Lampen und H7-Lampen sowie im direkten Vergleich H4 und H7.
Halogenlampen mit erhöhter Lichtleistung
Wer aus einem Halogenscheinwerfer mehr Licht herausholen möchte, ohne den Scheinwerfer zu tauschen, greift legal zu einer leistungsgesteigerten H4- oder H7-Halogenlampe. Sie arbeitet mit der Standardleistung und ist als Glühlampe genehmigt, sodass die Genehmigung des Scheinwerfers erhalten bleibt. Für das zusätzliche Licht nimmt man oft eine etwas kürzere Lebensdauer in Kauf.
Sind LED-Scheinwerferlampen in Deutschland erlaubt
Gewöhnliche LED-Nachrüstlampen in Halogenscheinwerfern sind in Deutschland für den Straßenverkehr nicht zulässig. Ein Halogenscheinwerfer ist als Scheinwerfer für eine bestimmte Glühlampenkategorie wie H4 oder H7 genehmigt. Mit einer LED-Lampe ändert sich die Lage der Lichtquelle im Reflektor, und Lichtverteilung, Hell-Dunkel-Grenze und Blendung entsprechen nicht mehr dem genehmigten Zustand. Damit erlischt in der Regel die Betriebserlaubnis.
Eine Ausnahme bilden einzelne LED-Nachrüstlampen, für die das Kraftfahrt-Bundesamt eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABG) erteilt hat. Diese gilt aber nur für die Fahrzeugmodelle, die in der zugehörigen Fahrzeugliste stehen, und die ABG muss mitgeführt werden. Traktoren sind in diesen Listen in aller Regel nicht enthalten. Nachgerüstete Xenonbrenner in Halogenscheinwerfern sind ebenfalls nicht zulässig; werkseitige Xenonsysteme haben meist eine automatische Leuchtweitenregulierung und eine Scheinwerferreinigung, die eine Nachrüstlampe nicht mitbringt. Komplette Ersatzscheinwerfer, die mit LED-Lichtquellen gebaut und genehmigt sind, sind etwas anderes und werden weiter unten behandelt.
Was das für Traktoren bedeutet
Traktoren unterliegen in der Regel der Hauptuntersuchung bei TÜV, DEKRA, GTÜ oder einer anderen Prüforganisation. Nicht genehmigte Leuchtmittel und mangelhafte Beleuchtung werden dort als Mangel festgestellt. Unabhängig davon gelten die Vorschriften bei jeder Fahrt auf öffentlichen Straßen. LED-Lampen in Halogenreflektoren streuen häufig Licht über die Hell-Dunkel-Grenze und blenden den Gegenverkehr, was unzulässig ist und bei einer Verkehrskontrolle beanstandet werden kann.
Was ist mit LED-Lampen, die als „straßenzugelassen“ verkauft werden
Die UNECE hat begonnen, LED-Ersatzlichtquellen (LEDr) nach Regelung 37 für einige wenige Glühlampenkategorien zu genehmigen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags ist keine LEDr-Lampe für H4 oder H7 nach dieser Regelung genehmigt. Seien Sie bei H4- oder H7-LED-Lampen mit der Aufschrift „straßenzugelassen“ oder „E-geprüft“ misstrauisch: Ein E-Zeichen auf einer LED-Lampe ist oft nur eine EMV-Genehmigung (Regelung 10), die Funkstörungen betrifft, nicht das Licht. Eine KBA-ABG gilt, wie oben beschrieben, nur für die gelisteten Fahrzeugmodelle.
Zugelassene LED-Scheinwerfereinheiten
Der legale Weg zu LED-Scheinwerfern am Traktor ist eine komplette LED-Scheinwerfereinheit, die als Scheinwerfer genehmigt ist. Gehäuse, LEDs und Optik werden gemeinsam geprüft, sodass Lichtverteilung und Hell-Dunkel-Grenze Teil der Genehmigung sind.
Achten Sie bei der Auswahl auf:
- Das Prüfzeichen: ein E im Kreis (oder e im Rechteck) mit Länderkennziffer und eine Scheinwerfergenehmigung nach R112 oder R149 (oder R113 für symmetrisches Licht) mit Funktionskürzeln wie HC (Abblendlicht), HR (Fernlicht) oder HCR (beides).
- Das Verkehrsrichtungssymbol: Der Scheinwerfer muss für Rechtsverkehr geeignet sein, wie er in Deutschland gilt.
- Größe und Befestigung: 7 Zoll rund, 5,75 Zoll rund und gängige rechteckige Größen gibt es als direkten Ersatz.
- Den Stecker: Viele LED-Einheiten haben einen 3-poligen Stecker im H4-Format und passen so an den Original-Kabelbaum.
- Die Spannung: Viele LED-Einheiten sind Mehrspannungsgeräte für 12-V- und 24-V-Bordnetze.
- EMV: Eine Genehmigung nach R10 hilft, Störungen von Radio und GPS-Lenksystemen zu vermeiden.
Komplette LED-Einheiten finden Sie unter LED-Scheinwerfer für Traktoren, Ersatz-Halogenscheinwerfer und halbgeschlossene Einsätze unter Halogenscheinwerfer für Traktoren. Der Versand nach Deutschland ist ab 150 € Bestellwert kostenlos. Wir versenden aus Großbritannien; Einfuhrumsatzsteuer und eventuelle Zölle werden bei Zustellung fällig.
Halogen, LED und Xenon im Vergleich
Halogen, LED und Xenon (HID) sind die 3 Scheinwerfertechniken an Traktoren. Die Tabelle vergleicht sie als komplette Scheinwerfersysteme.
| Merkmal | Halogen | LED-Scheinwerfereinheit | Xenon (HID) |
|---|---|---|---|
| Lichtstrom der Lichtquelle | Etwa 1.000 lm Abblendlicht (H4), 1.500 lm (H7) | Je nach Einheit; Herstellerangaben beachten | Etwa 3.200 lm (Brenner der D-Serie) |
| Leistungsaufnahme | 55 W bis 60 W pro Lampe bei 12 V | Meist deutlich unter Halogen bei vergleichbarem Licht | Etwa 35 W pro Brenner plus Vorschaltgerät |
| Lichtfarbe | Warmweiß | Kaltweiß | Kaltweiß |
| Anlaufzeit | Sofort | Sofort | Einige Sekunden bis zur vollen Leistung |
| Vibrationsfestigkeit | Gering (Glühfaden kann brechen) | Hoch (kein Glühfaden) | Mittel (kein Glühfaden, aber Vorschaltgerät als zusätzliches Bauteil) |
| Reparatur | Lampe tauschen | Komplette Einheit tauschen | Brenner oder Vorschaltgerät tauschen |
Welche Technik passt am besten zum Traktor
Zugelassene LED-Scheinwerfereinheiten bieten für den landwirtschaftlichen Einsatz die beste Kombination aus Lichtleistung, Lebensdauer und Robustheit. Ohne Glühfaden gibt es keine Ausfälle durch Vibration auf unebenem Boden, den Hauptgrund, warum Halogenlampen am Traktor früh ausfallen. Die geringere Stromaufnahme hilft außerdem bei älteren Traktoren mit kleiner Lichtmaschine.
Halogen bleibt in der Anschaffung am günstigsten und lässt sich am Straßenrand am einfachsten reparieren. Eine leistungsgesteigerte Halogenlampe in einem guten Reflektor ist eine solide Wahl für Traktoren, die nachts wenig auf der Straße fahren. Xenon-Nachrüstungen waren eine Zeit lang beliebt, sind in Halogenscheinwerfern aber nicht zulässig, und zugelassene LED-Einheiten haben sie weitgehend abgelöst.
Einbau und Kompatibilität
Der richtige Traktor-Scheinwerfer muss in 3 Punkten passen: Gehäusegröße, Stecker und Lichtverteilung.
Gehäusegröße
Messen Sie den vorhandenen Scheinwerfer an der Vorderseite. Gängige Größen sind 7 Zoll rund (178 mm) und 5,75 Zoll rund (146 mm) sowie rechteckige Formate, die je nach Hersteller variieren. Viele Traktoren haben Scheinwerfer, die speziell auf Motorhaube oder Kabine abgestimmt sind; prüfen Sie daher die Teilenummer auf der Rückseite des alten Scheinwerfers oder im Ersatzteilkatalog.
Stecker
H4-Scheinwerfer haben einen 3-poligen Stecker (Abblendlicht, Fernlicht und Masse). H7-Scheinwerfer haben einen 2-poligen Stecker pro Lampe. Manche Traktoren verwenden auf der Kabelbaumseite abgedichtete Steckverbinder wie Deutsch oder Superseal. Fotografieren Sie den Stecker vor der Bestellung.
Lichtverteilung
Ein Scheinwerfer für den Straßenverkehr muss ein Abblendlicht mit definierter Hell-Dunkel-Grenze für Rechtsverkehr erzeugen. Eine LED-Leuchte mit Flutlicht- oder Spotcharakteristik ohne Hell-Dunkel-Grenze ist ein Arbeits- oder Zusatzscheinwerfer, kein Hauptscheinwerfer, ganz gleich, wie hell sie ist. Auf der Straße zählt die Lichtführung mehr als die Lumenzahl.
Herstellerspezifische Scheinwerfer
Form und Befestigung der Scheinwerfer unterscheiden sich zwischen Herstellern, Baureihen und Modelljahren, teilweise sogar innerhalb einer Baureihe. Prüfen Sie das Teil immer für den konkreten Traktor. Für John Deere finden Sie passende Ersatzteile unter John Deere Traktor-Scheinwerfer. Für eine Einbauberatung erreichen Sie uns unter +44 1522 440522 oder per E-Mail an [email protected].
Traktor-Scheinwerfer auf LED umrüsten
Die Umrüstung auf LED bedeutet, den Scheinwerfer zu tauschen, nicht die Lampe. Je nach Zugänglichkeit und ob ein Adapterkabel nötig ist, dauert sie 30 Minuten bis 2 Stunden.
Schritt 1: Vorhandenen Scheinwerfer bestimmen
Notieren Sie Form, Größe, ob es ein Sealed Beam ist oder eine Lampe verwendet wird (und welche) sowie eine eventuelle Teilenummer. Prüfen Sie, ob der Traktor Scheinwerfer in der Motorhaube, am Dach oder an beiden Stellen hat.
Schritt 2: Stecker prüfen
Sehen Sie sich den Stecker auf der Rückseite des Scheinwerfers an. Üblich sind ein 3-poliger H4-Stecker, ein 2-poliger H7-Stecker, ein 3-poliger Sealed-Beam-Stecker oder ein abgedichteter Steckverbinder an einer fliegenden Leitung.
Schritt 3: Zugelassene LED-Scheinwerfereinheit wählen
Wählen Sie eine Einheit, die in Größe und Stecker passt und eine Scheinwerfergenehmigung (R112 oder R149) für Rechtsverkehr trägt. Setzen Sie keine LED-Lampe in den alten Halogenscheinwerfer.
Schritt 4: Batterie trennen
Klemmen Sie die Batterie ab oder betätigen Sie den Batterietrennschalter, bevor Sie an der Scheinwerferverkabelung arbeiten.
Schritt 5: Alten Scheinwerfer ausbauen
Lösen Sie den Haltering oder die Befestigungsschrauben, möglichst ohne die Einstellschrauben zu verstellen, und ziehen Sie den Stecker ab.
Schritt 6: Neue Einheit einbauen
Setzen Sie die LED-Einheit mit den Original- oder mitgelieferten Befestigungsteilen in den Halter und stecken Sie den Stecker auf. Wenn ein Adapter nötig ist, verwenden Sie abgedichtete Steckverbinder und achten Sie auf die Polarität: Anders als Glühlampen können LED-Einheiten polaritätsempfindlich sein.
Schritt 7: Prüfen
Batterie wieder anklemmen und Abblendlicht, Fernlicht sowie die Fernlicht-Kontrollleuchte prüfen. Flackert die LED-Einheit, kontrollieren Sie die Masse und die Versorgung über Schalter oder Relais. Bei manchen älteren Traktoren mit Lampenausfallwarnung im Armaturenbrett ist der vom Hersteller empfohlene Adapter nötig.
Schritt 8: Scheinwerfer einstellen
Stellen Sie den Scheinwerfer auf ebenem Boden vor einer Wand so ein, dass die Hell-Dunkel-Grenze des Abblendlichts um den vorgeschriebenen Wert unter der Höhe der Scheinwerfermitte liegt. Bei Rechtsverkehr steigt die Hell-Dunkel-Grenze zur rechten Fahrbahnseite hin an. Ein neuer Scheinwerfer muss fast immer eingestellt werden, und ein falsch eingestellter Scheinwerfer kann blenden, was unzulässig ist.
Häufige Fehler an Traktor-Scheinwerfern
Die meisten Fehler an Traktor-Scheinwerfern lassen sich auf Lampe, Stromversorgung oder Masse zurückführen. Arbeiten Sie sich von der einfachsten Prüfung nach oben.
- Ein Scheinwerfer ausgefallen: Meist ist es die Lampe. Bei einer H4 beide Glühfäden prüfen, denn das Abblendlicht kann ausfallen, während das Fernlicht noch funktioniert. Ist die Lampe in Ordnung, den Stecker auf verschmorte oder korrodierte Kontakte und die Masseleitung prüfen.
- Beide Abblendlichter ausgefallen: Ein gemeinsamer Fehler, etwa die Sicherung für das Abblendlicht, das Scheinwerferrelais oder der Abblendschalter am Lenkstockhebel. Zuerst die Sicherung prüfen.
- Fernlicht funktioniert nicht: Sicherung und Relais für das Fernlicht prüfen, dann den Schalter. Leuchtet die Kontrollleuchte, das Fernlicht aber nicht, liegt der Fehler in der Leitung zwischen Relais und Scheinwerfern.
- Schwaches oder gelbliches Licht: Spannungsabfall durch schlechte Masse, korrodierte Stecker oder eine schwache Ladeanlage. Messen Sie bei laufendem Motor die Spannung am Scheinwerferstecker und vergleichen Sie sie mit der Batteriespannung.
- Geschmolzener H4-Stecker: Entsteht durch einen lockeren oder korrodierten Kontakt, der unter Last heiß wird. Tauschen Sie Stecker und Lampe, nicht nur die Lampe.
- Lampen brennen immer wieder durch: Häufig eine zu hohe Ladespannung, Vibration durch eine lockere Befestigung oder Hautfett auf dem Glaskolben.
Wartung von Traktor-Scheinwerfern
Regelmäßige Wartung hält das Licht hell und vorschriftsmäßig. Schmutz, Staub, Spritzmittelrückstände und Vibration setzen den Scheinwerfern zu.
Lichtscheiben regelmäßig reinigen. Schmutz auf der Lichtscheibe verringert die Lichtleistung erheblich, besonders nach einem Tag Gülle- oder Silagefahren auf nassen Straßen. Verwenden Sie ein weiches Tuch und mildes Seifenwasser. Vermeiden Sie Scheuermittel und Scheuerschwämme, die Kunststoffscheiben zerkratzen und dauerhaft trüben.
Einstellung nach schwerer Arbeit prüfen. Schwere Bodenbearbeitung, holprige Wege oder ein Frontlader können Scheinwerfer verstellen. Prüfen Sie die Einstellung zu Beginn jeder Saison.
Stecker auf Korrosion prüfen. Grüne oder weiße Ablagerungen an den Kontakten erhöhen den Widerstand, machen das Licht schwächer und erzeugen Wärme, die einen H4-Stecker schmelzen lassen kann. Mit Kontaktreiniger säubern und Kontaktfett verwenden.
Gummikappen und Dichtungen ersetzen. Die Gummikappe hinter einem Lampenscheinwerfer hält Wasser fern. Eine gerissene oder fehlende Kappe lässt Kondenswasser in den Scheinwerfer, das das Licht streut und den Reflektor angreift.
Halogenlampen am Sockel anfassen. Hautfett auf dem Glas erzeugt heiße Stellen, die die Lebensdauer verkürzen. Haben Sie das Glas berührt, reinigen Sie es vor dem Einbau mit Isopropylalkohol.
Halogenlampen paarweise tauschen. Fällt eine Lampe aus, ist die andere meist ebenfalls am Ende ihrer Lebensdauer, und gleichartige Lampen sorgen für ein gleichmäßiges Lichtbild.
Häufig gestellte Fragen
Sind LED-Scheinwerferlampen in Deutschland erlaubt?
Nur in eng begrenzten Fällen. Einzelne LED-Nachrüstlampen haben eine Allgemeine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamts, die aber nur für die in der Fahrzeugliste genannten Modelle gilt; Traktoren sind dort in der Regel nicht aufgeführt. Gewöhnliche LED-Lampen in Halogenscheinwerfern sind nicht zulässig. Eine komplette LED-Scheinwerfereinheit, die als Scheinwerfer genehmigt ist, ist erlaubt.
Ist eine H4-LED-Lampe am Traktor erlaubt?
Eine H4-LED-Lampe in einem Halogenscheinwerfer ist keine zugelassene Kombination für den Straßenverkehr, sofern sie nicht ausdrücklich für Ihr Fahrzeugmodell freigegeben ist. Sie wird bei der Hauptuntersuchung beanstandet, und LED-Lampen in Halogenreflektoren blenden häufig. Bauen Sie stattdessen eine zugelassene LED-Scheinwerfereinheit ein.
Welche Lampe verwendet ein Traktor-Scheinwerfer?
Die meisten Traktor-Scheinwerfer mit austauschbarer Lampe verwenden eine H4 (Zweifadenlampe für Abblend- und Fernlicht) oder eine H7 (Einfadenlampe für eine Lichtfunktion). Prüfen Sie die alte Lampe: 3 Kontakte bedeuten H4, 2 Kontakte H7. Achten Sie auf die passende Spannung.
Kann ich H7-Lampen gegen H4 tauschen?
Nein. H4 und H7 haben unterschiedliche Sockel (P43t und PX26d) und eine unterschiedliche Zahl von Glühfäden, und der Reflektor des Scheinwerfers ist auf die eine oder die andere Lampe ausgelegt.
Warum hat mein Traktor zwei Paar Scheinwerfer?
Viele Traktoren haben Scheinwerfer in der Motorhaube und ein zweites Paar an der Kabine oder am Frontdach. Das obere Paar ist für die Straßenfahrt gedacht, wenn ein Frontlader oder ein Frontanbaugerät die unteren Scheinwerfer verdeckt.

