Flache Warnlichtbalken oder klassische Rundumleuchte: Was sorgt für bessere Sichtbarkeit?

In this guide
- Was ein flacher Warnlichtbalken ist
- Was eine klassische Rundumleuchte ist
- Sichtbarkeit im Vergleich
- Deutsche Vorschriften für Rundumleuchten und ECE R65
- Stromaufnahme und Auswirkungen auf das Bordnetz
- Montage und Bauform
- Kostenvergleich
- Was zu welchem Einsatz passt
- Die richtige Wahl für den Betrieb in Deutschland
Ein flacher Warnlichtbalken ist eine niedrig bauende gelbe Warnleuchte mit vielen LEDs, typischerweise 300 bis 1.200 mm lang und 30 bis 90 mm hoch, die eine einzelne klassische Rundumleuchte durch ein breiteres, helleres Lichtbild ersetzt. Eine klassische Rundumleuchte ist eine einzelne kuppelförmige Warnleuchte mit Dreh- oder Blitzlicht, typischerweise 150 bis 220 mm im Durchmesser und 100 bis 250 mm hoch, montiert auf einem DIN-Rohr oder einem Schraubsockel. In Deutschland ist gelbes Rundumlicht an landwirtschaftlichen Fahrzeugen keine Daueranforderung für jede Fahrt, sondern wird dann eingesetzt, wenn gewarnt werden muss, etwa bei ungewöhnlich langsamen, breiten oder langen Fahrzeugen. Gerade dann muss die Warnung aber zuverlässig wirken. Dieser Ratgeber vergleicht beide Bauformen hinsichtlich Sichtbarkeit, deutscher Vorschriften, Genehmigung nach ECE R65, Stromaufnahme, Montage, Kosten und Einsatzbereich, damit die richtige Wahl vor dem Kauf feststeht.
Was ein flacher Warnlichtbalken ist
Ein flacher Warnlichtbalken ist eine waagerechte LED-Leuchteinheit, die gelbe Warnblitze über einen weiten Winkel abgibt. Er wird auf dem Kabinendach, an der Front eines Teleskopladers oder am Heck einer Feldspritze montiert. Die Einheit enthält 8 bis 32 LED-Module hinter einer klaren oder gelben Polycarbonat-Abdeckung. Jedes Modul blitzt in einem vom Fahrer gewählten Muster (Einfachblitz, Doppelblitz, simulierte Rotation, wechselnd links und rechts). Die Gesamtlänge reicht von 300 mm bei kompakten Geräten bis 1.200 mm bei Balken über die volle Kabinenbreite größerer Maschinen.
Die flache Bauform bietet gegenüber einer einzelnen Rundumleuchte vier praktische Vorteile.
- Niedrigere Bauhöhe: Die Oberkante des Balkens liegt 30 bis 90 mm über der Montagefläche. Der Balken passt unter niedrigen Hallentoren, Hofeinfahrten und Rohrleitungen hindurch, an denen eine 250 mm hohe Rundumleuchte anstoßen würde.
- Größere Leuchtfläche: 1.200 mm waagerechte Lichtquelle sind für den Gegenverkehr aus 500 bis 800 Metern erkennbar. Eine einzelne Rundumleuchte ist aus derselben Entfernung ein Lichtpunkt von 200 mm.
- Programmierbare Blitzmuster: Ein eingebautes Steuergerät bietet 6 bis 12 verschiedene Muster, die über einen Schalter im Armaturenbrett gewählt werden. Klassische Rundumleuchten erzeugen ein festes Muster.
- Integrierte Brems-, Schluss- und Blinkfunktion bei einigen Landtechnik-Ausführungen, die Warnleuchte und Heckbeleuchtung an Teleskopladern und Anhängern in einer Einheit vereinen.
Zum weiteren Hintergrund zu Rundumleuchten und Warnleuchten siehe den Hauptratgeber Rundumleuchten und Warnleuchten für landwirtschaftliche Fahrzeuge und den Ratgeber zu Warnlichtbalken für landwirtschaftliche Fahrzeuge.
Was eine klassische Rundumleuchte ist
Eine klassische Rundumleuchte ist eine einzelne Warnleuchte auf DIN-Rohr, Magnetfuß oder Schraubhalter, die durch eine gewölbte Haube gelbes Licht über 360 Grad abgibt. Als Lichtquelle dient entweder eine Halogenlampe hinter einem drehenden Reflektor (die klassische Drehleuchte), eine feststehende Halogenlampe hinter einer klaren Haube (statisch) oder ein LED-Ring mit elektronischer Blitzfolge (LED-Rundumleuchte). Der Haubendurchmesser liegt bei 150 bis 220 mm, die Höhe bei 100 bis 250 mm. Diese Bauform ist seit den 1970er-Jahren Standard in der Landtechnik.
Die klassische Rundumleuchte hat drei Stärken, die der Lichtbalken nicht erreicht.
- Echte 360-Grad-Sichtbarkeit. Die einzelne Haube strahlt in jede waagerechte Richtung gleich, sodass Verkehrsteilnehmer aus jedem Winkel die Warnung gleich stark sehen. Flache Lichtbalken sind nach vorne und hinten am stärksten und zur Seite schwächer.
- Universelle Montage. Fast jeder Traktor, Teleskoplader, jede Feldspritze und jeder Anhänger hat eine DIN-Aufnahme oder eine magnettaugliche Fläche für eine einzelne Rundumleuchte. Lichtbalken brauchen eine feste Schraubbefestigung auf einer ebenen Fläche, die mindestens so lang ist wie der Balken.
- Niedrigere Anschaffungskosten. Eine hochwertige klassische LED-Rundumleuchte kostet etwa 30 bis 95 €, ein vergleichbarer flacher Lichtbalken etwa 70 bis 400 €.
Die klassische Rundumleuchte ist seit über 40 Jahren die Standardwahl in der Landwirtschaft und die Warnleuchte, die Verkehrsteilnehmer an einem Traktor erwarten. Sie passt außerdem gut zur Anforderung, dass Rundumlicht von allen Seiten erkennbar sein muss (siehe unten). Der Wechsel zu Lichtbalken ist jung und unvollständig, die meisten Traktoren fahren weiterhin mit einer einzelnen Dreh- oder LED-Rundumleuchte als wichtigster Warnleuchte. Zur Technikwahl innerhalb der klassischen Rundumleuchten siehe LED- oder Halogen-Rundumleuchte: Was ist besser für landwirtschaftliche Fahrzeuge.
Sichtbarkeit im Vergleich
Flache Lichtbalken bieten nach vorne und hinten ein breiteres sichtbares Ziel, klassische Rundumleuchten sind aus jedem Winkel gleich gut sichtbar. Beide Bauformen lösen das Sichtbarkeitsproblem unterschiedlich, und die richtige Wahl hängt davon ab, aus welcher Richtung sich andere dem jeweiligen Fahrzeug am häufigsten nähern.
Ein flacher Lichtbalken quer über dem Heck einer Feldspritze, eines Teleskopladers oder Mähdreschers bildet einen 1.000 bis 1.200 mm breiten hellen Balken, den nachfolgender Verkehr in einer klaren Nacht aus 500 bis 800 Metern erkennt. Dasselbe Fahrzeug mit einer einzelnen Rundumleuchte am Heck zeigt aus derselben Entfernung einen hellen Punkt von 200 mm. Für überholende Autofahrer auf einer Landstraße wirkt der Lichtbalken sofort wie „breites, langsames Fahrzeug“, die Rundumleuchte wie „Warnpunkt, Fahrzeugbreite unbekannt“.
Eine klassische Rundumleuchte auf dem Kabinendach ist in jeder waagerechten Richtung gleich gut sichtbar, auch zur Seite, wo der Lichtbalken am schwächsten ist. Das 360-Grad-Lichtbild ist wichtig für Traktoren, die Kreuzungen überqueren, aus Feldeinfahrten auf schmale Gemeindestraßen einbiegen oder auf Höfen arbeiten, wo sich Menschen und Fahrzeuge aus allen Richtungen nähern. Ein Lichtbalken an derselben Stelle ist nach vorne und hinten stark, zur Seite aber schwächer. Prüfen Sie die Lichtverteilungsdaten des Herstellers.
Eine Kombination nutzt beides. Große landwirtschaftliche Maschinen (Mähdrescher, selbstfahrende Feldspritzen, Pressengespanne) haben oft einen flachen Lichtbalken am Heck zur Warnung des nachfolgenden Verkehrs UND eine oder zwei klassische Rundumleuchten auf dem Kabinendach für die 360-Grad-Sichtbarkeit. Beide Systeme zusammen kosten etwa 230 bis 580 €, was bei Maschinen im Wert von über 100.000 €, die täglich auf öffentlichen Straßen unterwegs sind, gerechtfertigt ist.
Blitzintensität und Aufmerksamkeitswirkung
Die Blitzintensität, gemessen in Candela, bestimmt, wie schnell eine Warnleuchte die Aufmerksamkeit eines Fahrers aus dem Augenwinkel auf sich zieht. ECE R65 legt Mindestwerte für die effektive Lichtstärke über ein definiertes Winkelfeld fest, und hochwertige flache Lichtbalken und klassische LED-Rundumleuchten mit R65-Genehmigung erfüllen sie.
Der flache Lichtbalken erreicht seine Spitzenintensität in einem schmalen senkrechten Fächer (typischerweise 8 bis 15 Grad). Das passt zum Straßenverkehr, bei dem sich der Beobachter etwa auf Höhe des Balkens befindet. Klassische Rundumleuchten erreichen ihre Spitzenintensität in einem breiteren senkrechten Fächer (15 bis 25 Grad). Das funktioniert für Beobachter in unterschiedlicher Höhe, also Fußgänger, Pkw-Fahrer und Lkw-Fahrer, die sich derselben Landmaschine nähern.
Das Blitzmuster beeinflusst die Aufmerksamkeitswirkung unabhängig von der Intensität. Einfachblitze ziehen die Aufmerksamkeit meist schneller auf sich als Drehmuster, weil der LED-Einfachblitz eine schärfere Ein-Aus-Flanke hat als der weiche Schwenk eines drehenden Reflektors. Flache Lichtbalken nutzen fast immer Einfach- oder Doppelblitzmuster, klassische Drehleuchten bleiben beim weicheren Rotationsmuster. Klassische LED-Rundumleuchten bieten oft dieselbe Musterauswahl wie Lichtbalken.
Deutsche Vorschriften für Rundumleuchten und ECE R65
In Deutschland regeln die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), welche Fahrzeuge gelbes Rundumlicht führen dürfen und wann es eingeschaltet werden darf. Die Ausrüstung mit Kennleuchten für gelbes Blinklicht ist in § 52 Abs. 4 StVZO geregelt, die Benutzung in der StVO. Die wichtigsten Punkte:
- Ausrüstung. Gelbe Rundumleuchten sind nur für bestimmte Fahrzeuggruppen zugelassen, darunter Fahrzeuge mit ungewöhnlicher Breite oder Länge bzw. mit breiter oder langer Ladung sowie Fahrzeuge, die zur Sicherung von Arbeitsstellen eingesetzt werden. Bei land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen ergibt sich die Ausrüstungspflicht oder -erlaubnis häufig aus der Breite oder Länge der Kombination, aus Ausnahmegenehmigungen oder aus den Vorgaben im Merkblatt für Anbaugeräte.
- Benutzung. Gelbes Blinklicht darf nur eingeschaltet werden, wenn tatsächlich gewarnt werden muss, zum Beispiel bei ungewöhnlich langsam fahrenden, breiten oder langen Fahrzeugen oder bei Arbeiten im Straßenbereich. Ein pauschales Einschalten bei jeder Fahrt ist nicht vorgesehen.
- Anbau. Das Rundumlicht muss von allen Seiten erkennbar sein. Verdecken Kabine, Anbaugerät oder Ladung die Leuchte in eine Richtung, ist in der Regel eine zweite Leuchte nötig. Die Leuchte sitzt deshalb üblicherweise auf dem Kabinendach.
- Genehmigung. Rundumleuchten müssen bauartgenehmigt sein, entweder mit ECE-Genehmigung (E-Prüfzeichen nach R65) oder mit nationalem Prüfzeichen (Wellenlinie mit K-Nummer).
Für Lichtbalken ist besonders der Punkt Erkennbarkeit wichtig. Eine klassische Rundumleuchte auf dem Dach strahlt gleichmäßig über 360 Grad. Ein langer Lichtbalken ist nach vorne und hinten stark, zur Seite aber oft schwächer. Verlassen Sie sich deshalb nicht ungeprüft auf einen Lichtbalken als einzige vorgeschriebene Warnleuchte. Achten Sie darauf, dass er als Kennleuchte für gelbes Blinklicht genehmigt ist und das geforderte Lichtbild rundum erreicht, oder kombinieren Sie ihn mit einer genehmigten Rundumleuchte. Im Zweifel klärt Ihre Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ) oder die zuständige Zulassungsbehörde die Frage für Ihr Fahrzeug.
ECE R65 ist die UN-Regelung, die Leistungs- und Genehmigungsanforderungen für Kennleuchten (gelb, blau und rot) festlegt, einschließlich gelber Rundumleuchten und Lichtbalken. Die R65-Genehmigung, erkennbar an einem E- oder e-Prüfzeichen mit Ländernummer und einem Code wie TA1 oder TA2, ist das anerkannte Zeichen für eine ordnungsgemäß geprüfte Einheit. In Deutschland werden sowohl EU-Prüfzeichen (e) als auch UNECE-Prüfzeichen (E) anerkannt. Ausführlich zur Regelung: ECE-R65-Rundumleuchten: Was die Regelung bedeutet und warum sie wichtig ist.
Drei zentrale R65-Anforderungen gelten für beide Bauformen.
- Lichttechnische Leistung. Die effektive Lichtstärke muss bei einer einzelnen Rundumleuchte über 360 Grad, bei einem Lichtbalken über den angegebenen Winkelbereich definierte Werte erreichen.
- Blitzfrequenz. R65 erlaubt 2 bis 4 Hz (120 bis 240 Blitze pro Minute).
- Haltbarkeits- und Umweltprüfungen. Vibration, Temperatur, Schutzart und Schlagfestigkeit werden in definierten Zyklen geprüft.
Manche importierten Lichtbalken tragen nur ein CE-Zeichen. CE sagt nichts über die Leistung als Warnleuchte aus und ersetzt keine Bauartgenehmigung. Prüfen Sie vor dem Kauf die Kennzeichnung am Gehäuse und die Konformitätsunterlagen des Anbieters. Maßgeblich für Deutschland sind die StVZO und das Merkblatt für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge bzw. Anbaugeräte.
Stromaufnahme und Auswirkungen auf das Bordnetz
LED-Lichtbalken und klassische LED-Rundumleuchten ziehen beide 1 bis 4 A an 12 V, so wenig, dass keine der beiden Bauformen Bordnetz oder Lichtmaschine eines Traktors belastet. Wer häufig mit eingeschalteter Rundumleuchte unterwegs ist, etwa in der Ernte oder bei breiten Anbaugeräten, ist mit einer LED-Einheit in beiden Bauformen gut beraten.
Typische Werte der Stromaufnahme nach Bauform:
| Leuchtentyp | Stromaufnahme (12 V) | Geschätzte jährliche Kosten (1.000 Betriebsstunden) |
|---|---|---|
| Halogen-Drehleuchte | 2,5 bis 5 A (30 bis 60 W) | 7 bis 14 € |
| Klassische LED-Rundumleuchte | 0,5 bis 1,5 A (6 bis 18 W) | 1 bis 5 € |
| Flacher LED-Lichtbalken, 300 bis 600 mm | 1 bis 2,5 A (12 bis 30 W) | 2 bis 8 € |
| Flacher LED-Lichtbalken, 900 bis 1.200 mm | 2 bis 4 A (24 bis 48 W) | 6 bis 12 € |
Die Halogen-Drehleuchte ist die einzige Bauform, die das Bordnetz spürbar belastet. Der Umstieg auf LED (in beiden Bauformen) senkt die Stromaufnahme um 70 bis 80 %. Gleichzeitig verlängern sich die Wechselintervalle der Leuchtmittel von 6 bis 12 Monaten bei Halogen auf 5 bis 10 Jahre bei LED.
Zum umfassenderen Vergleich der Stromaufnahme aller Fahrzeugleuchten siehe Stromaufnahme im Vergleich: LED, Halogen und Xenon an 12-V- und 24-V-Bordnetzen.
Montage und Bauform
Die Montage unterscheidet sich deutlich. Klassische Rundumleuchten passen auf DIN-Aufnahmen, Magnetfüße oder Einpunkt-Schraubhalter, alle genormt und klein. Flache Lichtbalken brauchen eine ebene, waagerechte Montagefläche mindestens in Balkenlänge, mit zwei bis sechs Schraubpunkten an der Unterseite.
Die Aufstandsfläche einer klassischen Rundumleuchte misst 80 bis 200 mm im Durchmesser, die eines flachen Lichtbalkens 300 bis 1.200 mm in der Länge und 60 bis 100 mm in der Breite. Kabinendächer nehmen beides auf, Motorhauben, Kotflügel und Stoßfänger älterer Traktoren meist nur die kleinere Rundumleuchte. Denken Sie an die Anforderung, dass das Rundumlicht von allen Seiten erkennbar sein muss.
Für die Dachmontage an einem Traktor sind die typischen Positionen:
- Mitte vorne auf dem Kabinendach, hinter der Frontscheibe. Passt für Lichtbalken und Rundumleuchten und bietet die beste Sichtbarkeit für den Gegenverkehr.
- Mitte hinten auf dem Kabinendach, über der Heckscheibe. Passt für beide und bietet die beste Sichtbarkeit für den nachfolgenden Verkehr.
- Ecken an der vorderen A-Säule, auf einem Halter. Passt für kompakte Lichtbalken (300 bis 500 mm) oder einzelne Rundumleuchten als zusätzliche Warnleuchten. Eine einzelne Leuchte an einer Ecke wird aber oft von der Kabine verdeckt und sollte deshalb nicht die einzige Rundumleuchte sein.
- Dach eines Mähdreschers oder einer Spritzenkabine mit großer Dachfläche. Passt für jede Größe.
Zu allen Dachmontagearten einschließlich DIN, Flexi, Magnet und Schraubbefestigung siehe Befestigungsarten für Rundumleuchten: DIN-Rohr, Flexi, Magnet und Schraubbefestigung und Warnsysteme für die Dachmontage: RTK, OWS und Lichtbalken.
Kostenvergleich
Flache Lichtbalken kosten in jeder Qualitätsstufe 2- bis 5-mal so viel wie vergleichbare klassische Rundumleuchten. Der Preisunterschied ergibt sich aus der höheren LED-Anzahl, dem längeren Aluminiumgehäuse, der programmierbaren Elektronik und den geringeren Stückzahlen von Lichtbalken gegenüber dem Massenmarkt der Rundumleuchten.
Typische Verkaufspreise (ungefähr, in Euro):
| Qualitätsstufe | Klassische LED-Rundumleuchte | Flacher LED-Lichtbalken (600 mm) | Flacher LED-Lichtbalken (1.200 mm) |
|---|---|---|---|
| Einstieg (ohne R65, No-Name-Import) | 14 bis 30 € | 35 bis 80 € | 80 bis 175 € |
| Mittelklasse (R65-genehmigt, Markenware) | 30 bis 70 € | 80 bis 210 € | 175 bis 400 € |
| Premium (R65, R10, robust) | 70 bis 175 € | 210 bis 460 € | 400 bis 800 € |
Die Einstiegsklasse ist bei beiden Bauformen am falschen Ende gespart. Rundumleuchten und Lichtbalken ohne ECE-R65-Genehmigung haben keine geprüfte Leistung, fallen im landwirtschaftlichen Einsatz oft früh aus und stören wegen fehlender EMV-Konformität häufig GPS-Lenksysteme. Ohne Bauartgenehmigung dürfen sie im öffentlichen Straßenverkehr ohnehin nicht verwendet werden, und fällt eine vorgeschriebene Rundumleuchte aus, darf das Fahrzeug in dieser Konfiguration nicht auf die Straße, bis sie ersetzt ist. Zum EMV-Thema siehe EMV-Konformität: Warum sie bei LED-Leuchten an modernen Traktoren wichtig ist.
R65-Einheiten der Mittel- und Premiumklasse halten im normalen landwirtschaftlichen Einsatz 5 bis 10 Jahre, wobei der Lichtbalken eher am oberen Ende liegt, weil er keine beweglichen Teile hat und die Vielzahl der LEDs den Ausfall einzelner LEDs ausgleicht.
Was zu welchem Einsatz passt
Die Wahl zwischen flachem Lichtbalken und klassischer Rundumleuchte hängt vom Fahrzeug, vom Arbeitsablauf und von der Sichtbarkeitspriorität ab. Die folgenden Empfehlungen decken die typischen Einsatzfälle auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland ab.
Wählen Sie eine klassische Rundumleuchte, wenn:
- das Fahrzeug ein Allzwecktraktor für gemischte Straßen- und Feldarbeit ist. Die 360-Grad-Sichtbarkeit passt zu den wechselnden Annäherungswinkeln, und durch die austauschbare DIN-Aufnahme im ganzen Fuhrpark brauchen Sie weniger Ersatzleuchten.
- der Fuhrpark vier oder mehr Fahrzeuge umfasst und ein gemeinsamer Bestand an Ersatzleuchten genutzt wird. Mit einheitlichen DIN-Rundumleuchten bleibt der Ersatzbestand universell, sodass eine defekte Leuchte nie ein Fahrzeug stilllegt.
- das Fahrzeug wenig ebene Dachfläche hat (ältere Kabinen, Oldtimer, kompakte Kommunaltraktoren).
- das Budget auf etwa 30 bis 95 € pro Fahrzeug begrenzt ist.
Wählen Sie einen flachen Lichtbalken (zusätzlich zu einer genehmigten Rundumleuchte), wenn:
- das Fahrzeug eine breite selbstfahrende Maschine ist (Feldspritze, Mähdrescher, großer Teleskoplader), bei der die Sichtbarkeit für den nachfolgenden Verkehr aus über 500 Metern am wichtigsten ist.
- das Dach wenig Freiraum unter Hallentoren oder Einfahrten hat. Ein 60 mm hoher Lichtbalken passt unter Hindernissen durch, an denen eine 250 mm hohe Rundumleuchte anstößt. Prüfen Sie aber, ob das Rundumlicht weiterhin von allen Seiten erkennbar ist.
- das Fahrzeug viel auf Bundes- und Landstraßen unterwegs ist, zum Beispiel beim Getreide- oder Silagetransport. Autobahnen und Kraftfahrstraßen dürfen nur Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h benutzen.
- die Einheit an einem Teleskoplader oder Anhänger verbaut wird und Brems-, Schluss- und Blinkfunktion in einem Gehäuse vereint.
Wählen Sie beides, wenn:
- das Fahrzeug eine hochwertige selbstfahrende Maschine ist (Mähdrescher, selbstfahrende Feldspritze, Rübenroder), bei der 360-Grad-Warnung UND breite Sichtbarkeit nach hinten entscheidend sind und die Gesamtkosten von etwa 230 bis 580 € im Verhältnis zum Maschinenwert gering sind.
Das weitere Sortiment finden Sie in der Kategorie Rundumleuchten und Warnleuchten. Versand aus Lincolnshire (Großbritannien), kostenloser Versand nach Deutschland ab 150 € Bestellwert. Einfuhrumsatzsteuer und eventuelle Zölle werden bei der Zustellung fällig.
Die richtige Wahl für den Betrieb in Deutschland
Die richtige Warnleuchte für einen Traktor auf einem deutschen Betrieb ist eine klassische LED-Rundumleuchte mit ECE-R65-Genehmigung, montiert auf einem DIN-Rohr oder Flexi-DIN-Rohr mittig auf dem Kabinendach, und eingeschaltet, wenn die Situation eine Warnung erfordert. Der flache Lichtbalken spielt seine Stärken als Ergänzung an breiteren selbstfahrenden Maschinen und an Teleskopladern aus, wo Bauform und Sichtbarkeit nach hinten echten Nutzen bringen. An Mähdreschern, Feldspritzen und anderen hochwertigen Maschinen lohnen sich beide.
Die rechtliche Grundlage in Deutschland bilden § 52 Abs. 4 StVZO für die Ausrüstung und die StVO für die Benutzung: Gelbes Rundumlicht nur an berechtigten Fahrzeugen, nur zur Warnung eingeschaltet, von allen Seiten erkennbar und mit Bauartgenehmigung. Die ECE-R65-Genehmigung ist das anerkannte Zeichen für eine ordnungsgemäß geprüfte Einheit, und es lohnt sich, darauf zu bestehen. Mehr dazu unter ECE-R65-Rundumleuchten und Wann sind Rundumleuchten an Traktoren vorgeschrieben, oder rufen Sie uns für eine Einbauberatung unter +44 1522 440522 an.

