Schlussleuchten und Heckbeleuchtung am Traktor: Was die StVZO verlangt

In this guide
- Was sind Schlussleuchten am Traktor
- Gesetzliche Anforderungen an die Heckbeleuchtung in Deutschland
- Bauteile einer Heckleuchteneinheit am Traktor
- Arten von Schlussleuchten: Glühlampe, LED und Kombileuchte
- Schlussleuchten am Traktor austauschen
- Häufige Fehler an Schlussleuchten und ihre Behebung
- Anforderungen an die Heckbeleuchtung von Anhängern
- Checkliste für die Heckbeleuchtung am Traktor
Schlussleuchten am Traktor sind die nach hinten gerichteten roten Leuchten, die eine landwirtschaftliche Zugmaschine bei Dunkelheit, Dämmerung und schlechtem Wetter für den nachfolgenden Verkehr sichtbar machen. Jeder Traktor, der auf öffentlichen Straßen in Deutschland fährt, braucht eine funktionierende Heckbeleuchtung, die den Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entspricht. Ein Traktor ohne funktionierende Schlussleuchten darf nicht am Straßenverkehr teilnehmen und ist ein ernstes Unfallrisiko, besonders auf unbeleuchteten Landstraßen, wo die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Landmaschinen und dem übrigen Verkehr leicht über 60 km/h liegt. Dieser Beitrag behandelt alle vorgeschriebenen Bauteile der Heckbeleuchtung, die verfügbaren Arten von Schlussleuchten, den Austausch und die Fehler, die Landwirte mit den Vorschriften in Konflikt bringen.
Was sind Schlussleuchten am Traktor
Eine Schlussleuchte ist eine rote, dauerhaft leuchtende Heckleuchte, die dem von hinten herankommenden Verkehr Position und Breite des Traktors anzeigt. Die Schlussleuchten sind eingeschaltet, sobald Standlicht oder Scheinwerfer eingeschaltet sind. Sie unterscheiden sich von den Bremsleuchten (die nur beim Betätigen der Bremse aufleuchten), den Fahrtrichtungsanzeigern (die gelb blinken) und der Nebelschlussleuchte (die deutlich heller ist und nur bei sehr schlechter Sicht eingeschaltet werden darf).
Schlussleuchten erfüllen zwei Aufgaben. Erstens machen sie den Traktor sichtbar, wenn Beleuchtung vorgeschrieben ist: Nach § 17 StVO ist die vorgeschriebene Beleuchtung während der Dämmerung, bei Dunkelheit und immer dann zu benutzen, wenn die Sichtverhältnisse es erfordern. Zweitens bieten sie einen festen Bezugspunkt, an dem nachfolgende Fahrer Abstand und Annäherungsgeschwindigkeit abschätzen können. Auf einer schmalen Kreisstraße bei Nacht sind zwei rote Schlussleuchten oft die einzige Warnung, dass vorne ein langsames Fahrzeug unterwegs ist.
Bei den meisten modernen Traktoren sitzen die Schlussleuchten in einer Heckleuchteneinheit, die auch Bremsleuchte, Blinker, Nebelschlussleuchte und Rückfahrscheinwerfer enthält. Ältere Traktoren haben oft einzelne Leuchten, die an den Kotflügeln angeschraubt sind.
Gesetzliche Anforderungen an die Heckbeleuchtung in Deutschland
Die Anforderungen an die Heckbeleuchtung eines Traktors auf öffentlichen Straßen ergeben sich aus der StVZO, insbesondere aus den §§ 49a bis 54 (lichttechnische Einrichtungen), und für den Gebrauch der Beleuchtung aus der StVO. Für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen und Anhänger gelten einige besondere Bestimmungen und Ausnahmen, die unter anderem von der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit abhängen. Am Heck sind in der Regel folgende Einrichtungen erforderlich.
Vorgeschriebene Heckleuchten
- 2 rote Schlussleuchten: Je eine auf jeder Seite, rot nach hinten leuchtend. Sie sind die eigentlichen Schlussleuchten und müssen immer dann leuchten, wenn Beleuchtung vorgeschrieben ist.
- Bremsleuchten: Sie leuchten rot, sobald die Betriebsbremse betätigt wird, und müssen auch bei Tageslicht gut erkennbar sein. Für sehr langsame Fahrzeuge sieht die StVZO Ausnahmen vor; prüfen Sie im Zweifel die Angaben für Ihre Zugmaschine.
- Gelbe Fahrtrichtungsanzeiger: Blinker sollen mit der üblichen Frequenz von 60 bis 120 Impulsen pro Minute blinken.
- 2 rote Rückstrahler: Je einer auf jeder Seite, symmetrisch angebracht, sauber und nicht verdeckt. Rückstrahler sind passiv: Sie reflektieren das Scheinwerferlicht anderer Fahrzeuge, statt selbst Licht zu erzeugen. Damit bleibt der Traktor auch dann sichtbar, wenn die gesamte Elektrik ausfällt.
- Kennzeichenbeleuchtung: Eine weiße Leuchte, die das hintere Kennzeichen beleuchtet. Das hintere Kennzeichen muss auch bei Dunkelheit gut lesbar sein.
- Nebelschlussleuchte: Bei langsamen Zugmaschinen nicht in jedem Fall vorgeschrieben, an den meisten modernen Traktoren aber vorhanden. Ist sie verbaut, muss sie funktionieren. Ist nur eine Nebelschlussleuchte vorhanden, sitzt sie bei Rechtsverkehr auf der linken Seite (zur Fahrbahnmitte hin).
Eine vollständige Übersicht über alle Vorschriften zur Traktorbeleuchtung, einschließlich Frontbeleuchtung und Ausnahmen, finden Sie im entsprechenden Fachbeitrag.
Rückfahrscheinwerfer
Ein weißer Rückfahrscheinwerfer ist an Traktoren nicht vorgeschrieben, an den meisten modernen Maschinen aber verbaut. Ist er vorhanden, muss er weißes Licht abgeben und darf nur bei eingelegtem Rückwärtsgang leuchten.
Ausnahmen und ältere Traktoren
Für ältere Fahrzeuge enthält die StVZO Übergangsbestimmungen, und für langsame land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge gelten teilweise abweichende Anforderungen. Welche Einrichtungen Ihr Traktor im Einzelnen braucht, hängt von Erstzulassung und bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit ab; im Zweifel gibt Ihre Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ usw.) Auskunft. Vorhandene Beleuchtung muss in jedem Fall funktionieren. Auch an einem älteren Traktor ist die Nachrüstung moderner Schlussleuchten und zusätzlicher Heckbeleuchtung eine sinnvolle Sicherheitsmaßnahme, die wenig kostet.
Bauteile einer Heckleuchteneinheit am Traktor
Eine Heckleuchteneinheit am Traktor enthält bis zu 7 einzelne Leuchten- und Signalfunktionen, jede mit eigener Aufgabe und eigenen Anforderungen. Wer weiß, was jedes Bauteil tut, findet schneller heraus, welches Teil ausgefallen ist.
Schlussleuchte (rot, Dauerlicht)
Die Schlussleuchte ist die eigentliche Positionsleuchte am Heck. Sie erzeugt ein schwaches rotes Licht (bei Glühlampen typischerweise 5 W), das bei eingeschaltetem Standlicht oder Scheinwerfer dauerhaft leuchtet. Ihre Aufgabe ist die Kenntlichmachung, nicht die Signalgebung.
Bremsleuchte (rot, bei Bedarf)
Die Bremsleuchte leuchtet beim Betätigen der Bremse deutlich heller rot (typischerweise 21 W). Gerade der Helligkeitsunterschied zwischen Schlussleuchte mit 5 W und Bremsleuchte mit 21 W zeigt dem nachfolgenden Verkehr, dass gebremst wird. Manche Heckleuchten verwenden eine Zweifadenlampe (P21/5W), die Schluss- und Bremslicht in einem Leuchtmittel vereint. Mehr zu Leuchtmitteln für Bremsleuchten finden Sie im Ratgeber zu Bremsleuchten-Glühlampen.
Blinker (gelb, blinkend)
Der Fahrtrichtungsanzeiger erzeugt ein gelbes Blinksignal mit 60 bis 120 Impulsen pro Minute. Am Traktor sitzen die Blinker meist in der Heckleuchteneinheit oder als separate runde oder rechteckige Leuchten am Kotflügel. Für Blinker mit Glühlampe ist die P21W (21 W) Standard.
Rückstrahler (rot, passiv)
Der Rückstrahler ist ein rotes, passives optisches Element, das das Scheinwerferlicht anderer Fahrzeuge zur Lichtquelle zurückwirft. Rückstrahler brauchen weder Strom noch Verkabelung. Sie sichern eine Grundsichtbarkeit nach hinten, auch wenn die Elektrik ausfällt oder der Motor abgestellt ist.
Kennzeichenbeleuchtung (weiß)
Die Kennzeichenbeleuchtung beleuchtet das hintere Kennzeichen mit weißem Licht. Meist handelt es sich um eine kleine separate Leuchte über oder neben dem Kennzeichen. Üblich ist eine R5W mit 5 W oder ein kleines LED-Modul. Das Kennzeichen muss bei Dunkelheit gut lesbar sein.
Nebelschlussleuchte (rot, hohe Lichtstärke)
Die Nebelschlussleuchte ist eine rote Leuchte mit hoher Lichtstärke (21 W Glühlampe oder 1 bis 3 W LED). Nach § 17 Abs. 3 StVO darf sie nur eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 m beträgt; dann gilt zugleich eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Sie ist heller als eine normale Schlussleuchte, damit sie den Nebel durchdringt, und genau diese Helligkeit blendet nachfolgende Fahrer bei klarer Sicht. Eine verbaute Nebelschlussleuchte muss funktionieren.
Rückfahrscheinwerfer (weiß, nur im Rückwärtsgang)
Ist ein Rückfahrscheinwerfer vorhanden, beleuchtet er mit weißem Licht den Bereich hinter dem Traktor und warnt andere, dass das Fahrzeug gleich zurücksetzt. Er schaltet sich automatisch beim Einlegen des Rückwärtsgangs ein.
Arten von Schlussleuchten: Glühlampe, LED und Kombileuchte
Schlussleuchten für Traktoren gibt es in drei Hauptausführungen. Die Tabelle vergleicht sie nach den Kriterien, die im landwirtschaftlichen Einsatz am meisten zählen.
| Merkmal | Klassische Glühlampe | LED | Kombileuchte (LED) |
|---|---|---|---|
| Helligkeit | 50 bis 460 Lumen (je nach Leistung der Glühlampe) | 50 bis über 500 Lumen | 50 bis über 500 Lumen je Funktion |
| Lebensdauer | 1.000 bis 2.000 Stunden | 30.000 bis 50.000 Stunden | 30.000 bis 50.000 Stunden |
| Leistungsaufnahme (Schlusslicht) | 5 W bis 21 W | 0,5 W bis 5 W | 0,5 W bis 5 W je Funktion |
| Ansprechzeit | Etwa 200 Millisekunden (Aufheizen des Glühfadens) | Unter 1 Millisekunde (praktisch sofort) | Unter 1 Millisekunde |
| Vibrationsfestigkeit | Gering (Glühfaden bricht bei Dauervibration) | Hoch (kein Glühfaden) | Hoch |
| Typischer Preis | Etwa 2 € bis 12 € pro Glühlampe | Etwa 12 € bis 45 € pro Leuchte | Etwa 30 € bis 95 € pro Leuchteneinheit |
| Am besten geeignet für | Ältere Traktoren, schneller Austausch gleich gegen gleich | Nachrüstung an jedem Traktor, Anhänger | Moderne Nachrüstungen, Neuinstallationen |
Klassische Glühlampen
Schlussleuchten mit Glühlampe verwenden Standard-Kfz-Leuchtmittel (R5W für Schlusslicht, P21W für Brems- und Nebelschlussleuchte, P21/5W für kombiniertes Schluss- und Bremslicht). Sie sind günstig, überall erhältlich und passen ohne Umbau in vorhandene Gehäuse. Der Nachteil ist die Lebensdauer: Die ständige Vibration bei Feldarbeit und Straßenfahrt verkürzt die Lebensdauer des Glühfadens, und durchgebrannte Glühlampen sind am Traktor an der Tagesordnung.
LED-Schlussleuchten
LED-Schlussleuchten brauchen nur einen Bruchteil der Leistung, halten 15- bis 50-mal länger als Glühlampen und sprechen bis zu etwa 200 Millisekunden schneller an. Durch die kürzere Ansprechzeit sieht der nachfolgende Verkehr das Bremssignal früher, was bei 100 km/h rund 5 Meter zusätzlichen Anhalteweg bringt. LED-Schlussleuchten sind außerdem vibrationsfester, weil kein Glühfaden brechen kann. Für Traktoren, die viele Stunden auf unebenem Gelände arbeiten, ist LED die zuverlässigere Wahl.
Kombinierte Heckleuchten
Eine Kombileuchte vereint mehrere Funktionen (Schlusslicht, Bremslicht, Blinker, Nebelschlussleuchte, Rückstrahler und teilweise Rückfahrscheinwerfer) in einem abgedichteten Gehäuse. Kombileuchten vereinfachen die Verkabelung (ein Stecker statt 5 oder 6 Einzelleuchten), reduzieren die Zahl der Befestigungspunkte und sehen einheitlich aus. Die meisten Kombileuchten aus dem Zubehörhandel sind LED-Leuchten in rechteckiger oder runder Bauform für verschiedene Traktormodelle. Sie sind die Standardlösung für Neuinstallationen und für Traktoren, deren Originalbeleuchtung sich nicht mehr wirtschaftlich reparieren lässt.
Schlussleuchten am Traktor austauschen
Der Austausch einer Schlussleuchte dauert 10 bis 30 Minuten, je nachdem, ob der Traktor Einzelleuchten oder eine Kombileuchte hat. Sie brauchen nur einfaches Werkzeug: einen Schraubendreher, einen Steckschlüsselsatz (meist 10 mm oder 13 mm) und ein Multimeter oder eine Prüflampe zur Kontrolle.
Schritt für Schritt
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Gehäuseart feststellen. Prüfen Sie, ob der Traktor einzelne, am Kotflügel verschraubte Leuchten oder eine Kombileuchte hat. Davon hängt ab, ob nur die Glühlampe oder die ganze Leuchte getauscht werden muss.
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Spannung prüfen. Die meisten Traktoren haben ein 12-V-Bordnetz. Manche größere Maschinen (vor allem mit 24-V-Startanlage) verwenden 24-V-Beleuchtung. Die Spannung steht auf der vorhandenen Glühlampe oder auf dem Leuchtengehäuse. Eine 12-V-Schlussleuchte im 24-V-Bordnetz brennt sofort durch.
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Batterie abklemmen oder Stromkreis trennen. Schalten Sie die Zündung aus und klemmen Sie den Minuspol der Batterie ab, oder ziehen Sie die entsprechende Sicherung. So vermeiden Sie Kurzschlüsse beim Austausch.
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Alte Leuchte oder Glühlampe ausbauen. Bei Einzelleuchten: Befestigungsschrauben lösen und Stecker abziehen. Beim Lampenwechsel in einer Leuchteneinheit: Lichtscheibe oder Abdeckung abnehmen, Lampenfassung gegen den Uhrzeigersinn drehen und die alte Glühlampe aus dem Bajonettsockel ziehen.
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Neue Schlussleuchte einbauen. Neue Glühlampe einsetzen (eindrücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis sie einrastet) oder die neue Leuchte festschrauben. Achten Sie darauf, dass der Stecker vollständig sitzt und alle Gummidichtungen vorhanden sind, damit kein Wasser eindringt.
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Anschließen und jede Funktion prüfen. Batterie wieder anklemmen, Standlicht einschalten und prüfen, ob die Schlussleuchte leuchtet. Bremse treten und Bremslicht kontrollieren. Jeden Blinker betätigen. Nebelschlussleuchte einschalten. Kennzeichenbeleuchtung und gegebenenfalls Rückfahrscheinwerfer prüfen. Lassen Sie eine zweite Person hinter dem Traktor bestätigen, dass alle Leuchten sichtbar sind, die richtige Farbe haben und mit der richtigen Helligkeit leuchten.
Prüfzeichen (E-Kennzeichnung)
Ersetzen Sie Leuchten gleichwertig durch bauartgenehmigte Leuchten mit E-Prüfzeichen oder nationalem Prüfzeichen (Wellenlinie mit K-Nummer). Das Prüfzeichen bestätigt, dass die Leuchte die Anforderungen an Lichtstärke, Lichtfarbe und Lichtverteilung erfüllt. Leuchten ohne Bauartgenehmigung dürfen im Straßenverkehr nicht verwendet werden, führen zu Beanstandungen bei Verkehrskontrollen und bei der Hauptuntersuchung und sorgen unter Umständen nicht für ausreichende Sichtbarkeit. Achten Sie vor dem Einbau auf das Prüfzeichen (ein großes E im Kreis oder ein kleines e im Rechteck, gefolgt von einer Ziffer) auf Lichtscheibe oder Gehäuse. Deutschland hat die Kennziffer 1 (E1), Genehmigungen aus anderen EU- oder UNECE-Staaten sind aber ebenso gültig.
Häufige Fehler an Schlussleuchten und ihre Behebung
Ausfälle von Schlussleuchten lassen sich in 5 typische Gruppen einteilen. Die meisten sind ohne Spezialwerkzeug leicht zu finden und zu beheben.
Schwach leuchtende Schlussleuchten
Eine schwach leuchtende Schlussleuchte entsteht durch Spannungsabfall an korrodierten Leitungen, eine verschmutzte oder vergilbte Lichtscheibe oder eine alte Glühlampe am Ende ihrer Lebensdauer. Reinigen Sie die Lichtscheibe mit warmem Seifenwasser. Prüfen Sie die Verbindungen zwischen Batterie und Leuchte auf Korrosion und festen Sitz. Wirkt der Glühfaden dünn oder ist der Glaskolben innen geschwärzt, tauschen Sie die Glühlampe. An älteren Traktoren ist Spannungsabfall auf langen Leitungswegen häufig; eine neue Masseleitung direkt vom Leuchtengehäuse zu einem blanken Punkt am Rahmen stellt die volle Helligkeit oft wieder her.
Eindringendes Wasser
Wasser im Leuchtengehäuse führt zu Lampenausfällen, Korrosion und weniger Licht. Typische Eintrittsstellen sind gesprungene Lichtscheiben, spröde Gummidichtungen und fehlende oder beschädigte Tüllen an der Kabeldurchführung. Tauschen Sie gesprungene Lichtscheiben sofort. Ist die Originaldichtung verhärtet, dichten Sie mit einer dünnen Raupe Silikon nach. Wählen Sie bei neuen Schlussleuchten für den landwirtschaftlichen Einsatz mindestens Schutzart IP67 (Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen bis 1 Meter).
Korrodierte Kontakte
Grüne oder weiße Ablagerungen an Lampenkontakten und Fassungen sind ein Zeichen für Korrosion. Sie erhöhen den elektrischen Widerstand und führen zu schwachem oder zeitweisem Leuchten. Glühlampe herausnehmen, Kontakte mit feinem Schleifpapier oder einer Messingdrahtbürste reinigen und dünn mit Kontaktfett einstreichen, damit keine Feuchtigkeit mehr eindringt. Rund- oder Flachsteckverbinder abziehen, reinigen, bei Bedarf neu verpressen und vor dem Zusammenstecken einfetten.
Durchgebrannte Sicherungen
Eine durchgebrannte Sicherung im Stromkreis der Schlussleuchten schaltet eine oder mehrere Heckleuchten ab. Suchen Sie im Sicherungskasten (meist unter dem Armaturenbrett oder hinter einer Verkleidung in der Kabine) die Sicherung für die Heckbeleuchtung. Eine durchgebrannte Sicherung erkennen Sie am unterbrochenen Draht im durchsichtigen Gehäuse. Ersetzen Sie sie durch eine Sicherung mit gleicher Amperezahl. Brennt die neue Sicherung sofort wieder durch, liegt ein Kurzschluss vor. Prüfen Sie die Leitungen auf durchgescheuerte Isolierung an Blechdurchführungen und in der Nähe beweglicher Teile.
Massefehler
Ein Massefehler (schlechte Masseverbindung) lässt Schlussleuchten flackern, schwach glimmen oder auf andere Stromkreise übersprechen (zum Beispiel glimmen die Blinker beim Bremsen). Massefehler sind die häufigste Ursache für unregelmäßiges Verhalten der Schlussleuchten. Prüfen Sie die Masseleitung vom Leuchtengehäuse zum Rahmen. Kratzen Sie Lack oder Rost am Massepunkt bis aufs blanke Metall ab, befestigen Sie die Masseleitung mit sauberer Schraube und Zahnscheibe und fetten Sie die Verbindung gegen Feuchtigkeit ein. Wenn die Schlussleuchte über die Befestigungsschrauben Masse bekommt, reinigen Sie die Kontaktflächen zwischen Leuchtenhalter und Traktor.
Anforderungen an die Heckbeleuchtung von Anhängern
Zieht ein Traktor auf öffentlichen Straßen einen Anhänger, muss am letzten Fahrzeug des Zuges eine funktionierende Heckbeleuchtung sichtbar sein. Verdeckt der Anhänger die Schlussleuchten des Traktors, braucht der Anhänger eine eigene vollständige Heckbeleuchtung.
Mindestbeleuchtung am Anhänger
Landwirtschaftliche Anhänger brauchen in der Regel Schlussleuchten, Bremsleuchten, Fahrtrichtungsanzeiger und Kennzeichenbeleuchtung sowie rote dreieckige Rückstrahler, die sauber zu halten sind. Je nach Größe, Gewicht und Länge können weitere Einrichtungen wie Konturmarkierungen, seitliche Rückstrahler oder Seitenmarkierungsleuchten hinzukommen; maßgeblich sind die StVZO und das Merkblatt für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Alle Heckleuchten des Anhängers werden über die Steckdose vom Traktor versorgt.
Belegung der Anhängersteckdose
Bei der genormten 7-poligen Steckdose (ISO 1724) liegt an Pin 2 die Nebelschlussleuchte, an Pin 5 die rechte Schlussleuchte und an Pin 7 die linke Schlussleuchte. Eine 13-polige Steckdose (an modernen Traktoren zunehmend verbreitet) hat zusätzliche Kontakte für Rückfahrscheinwerfer und Dauerplus 12 V. Funktioniert eine Schlussleuchte am Traktor, die entsprechende Leuchte am Anhänger aber nicht, ist meist ein korrodierter Kontakt in der Steckdose oder ein gebrochener Draht im Anhängerkabel schuld.
Leuchtenträger für breite Anbaugeräte
Verdecken Anbaugeräte oder angehängte Geräte ohne eigene Beleuchtung (Ballenpressen, Feldspritzen, Schwader und Ähnliches) die Leuchten oder Rückstrahler des Traktors, ist nach dem Merkblatt für Anbaugeräte eine eigene Leuchteneinheit erforderlich. Der Leuchtenträger muss die am Heck vorgeschriebenen Einrichtungen tragen (Schlussleuchten, Rückstrahler, Blinker, Bremsleuchten und gegebenenfalls Kennzeichen mit Beleuchtung), wobei die äußeren Leuchten möglichst nah an den breitesten Stellen des Geräts sitzen sollen. Zusätzlich können Warntafeln vorgeschrieben sein. Leuchtenträger werden über die Steckdose am Traktor angeschlossen. Prüfen Sie vor jeder Fahrt auf öffentlichen Straßen alle Funktionen am Leuchtenträger.
Einen vollständigen Ratgeber zur vorschriftsmäßigen Traktorbeleuchtung, einschließlich Front- und Seitenbeleuchtung, finden Sie im entsprechenden Beitrag.
Checkliste für die Heckbeleuchtung am Traktor
Gehen Sie diese Checkliste vor jeder Straßenfahrt durch, um sicherzustellen, dass alle Schlussleuchten und Heckleuchten funktionieren und den Vorschriften entsprechen.
- [ ] 2 rote Schlussleuchten: Beide leuchten bei eingeschaltetem Standlicht oder Scheinwerfer, je eine pro Seite, von hinten sichtbar.
- [ ] Bremsleuchten: Beide leuchten beim Betätigen der Bremse, deutlich heller als die Schlussleuchten.
- [ ] Gelbe Blinker: Beide blinken gleichmäßig (60 bis 120 Impulse pro Minute). Links und rechts funktionieren unabhängig voneinander.
- [ ] 2 rote Rückstrahler: Sauber, unbeschädigt und fest montiert. Je einer pro Seite, symmetrisch angebracht.
- [ ] Kennzeichenbeleuchtung: Weißes Licht beleuchtet das Kennzeichen, Kennzeichen gut lesbar.
- [ ] Nebelschlussleuchte: Falls vorhanden, leuchtet sie beim Einschalten und die Kontrollleuchte im Armaturenbrett geht an. Nur bei Nebel mit Sichtweite unter 50 m eingeschaltet.
- [ ] Lichtscheiben: Keine Risse, keine Verfärbung, kein Wasser im Gehäuse.
- [ ] Leitungen und Stecker: Keine blanken oder durchgescheuerten Kabel. Stecker vollständig eingesteckt. Masseverbindungen sauber und fest.
- [ ] Anhängerbeleuchtung (bei Anhängerbetrieb): Schlussleuchten, Bremsleuchten, Blinker und Kennzeichenbeleuchtung am Anhänger funktionieren. Kontakte der Steckdose sauber. Leuchtenträger und gegebenenfalls Warntafeln an breiten Anbaugeräten angebracht.
- [ ] Gelbe Rundumleuchte: Falls für das Gespann vorgeschrieben (zum Beispiel bei Überbreite), angebracht und funktionsfähig. Einschalten nur, wenn eine Warnung erforderlich ist.
- [ ] Prüfzeichen: Alle Ersatzleuchten tragen ein sichtbares E- oder e-Prüfzeichen oder ein nationales Prüfzeichen.
Die Kontrolle der Schlussleuchten dauert keine 5 Minuten und braucht nur eine zweite Person, die jede Leuchte von hinten bestätigt. Fehlende oder defekte Beleuchtung kann bei einer Verkehrskontrolle ein Verwarnungs- oder Bußgeld nach sich ziehen, und die Folgen eines Unfalls wegen unsichtbarer Heckbeleuchtung wiegen ungleich schwerer als die Zeit für die Kontrolle.
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