Bremsleuchten am Traktor: Vorschriften, Lampen und Fehlersuche
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Eine Bremsleuchte am Traktor ist eine rote Heckleuchte, die beim Betätigen der Bremse aufleuchtet. Nach § 53 StVZO müssen Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger grundsätzlich mit Bremsleuchten ausgerüstet sein, und das gilt auch für Traktoren und landwirtschaftliche Anhänger im öffentlichen Straßenverkehr. Vorhandene Bremsleuchten müssen jederzeit funktionieren, nicht nur bei Dunkelheit.
Das überrascht manchen, denn die Regel betrifft nicht nur schnelle Maschinen, sondern auch Traktoren und Anhänger der 25- und 40-km/h-Klasse. Erleichterungen gibt es nur in eng begrenzten Sonderfällen. Dieser Ratgeber erklärt die rechtlichen Regeln für Traktoren und Anhänger, Farbe, Anzahl und Anbringung, die Lampen, die Fehler, die eine Bremsleuchte am Traktor ausfallen lassen, und die Umrüstung auf LED.
Brauchen Traktoren gesetzlich Bremsleuchten?
Ja, grundsätzlich. Die StVZO schreibt für Traktoren und selbstfahrende Arbeitsmaschinen im öffentlichen Straßenverkehr eine vollständige Beleuchtung vor, die in den §§ 49a bis 54 geregelt ist:
- Begrenzungsleuchten und Hauptscheinwerfer
- Schlussleuchten und Bremsleuchten
- Fahrtrichtungsanzeiger
- Rückstrahler und Kennzeichenbeleuchtung
Die Bremsleuchten gehören also zur Grundausstattung, ob der Traktor für 40 km/h, 50 km/h oder 60 km/h ausgelegt ist. Für sehr langsame Fahrzeuge und bestimmte ältere Fahrzeuge kann die StVZO Erleichterungen vorsehen. Wenn Sie sich auf eine solche Ausnahme verlassen wollen, lassen Sie sich das von Ihrer Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ usw.) bestätigen.
Vorhandene Bremsleuchten müssen funktionieren
Angebaute Leuchten müssen betriebsbereit gehalten werden. Auch an einem älteren Traktor, für den Erleichterungen gelten, müssen vorhandene Leuchten funktionieren. Fehlende oder defekte Beleuchtung kann ein Verwarnungs- oder Bußgeld nach dem Bußgeldkatalog nach sich ziehen, und defekte Bremsleuchten gehören zu den häufigsten Mängeln bei Verkehrskontrollen und bei der Hauptuntersuchung.
Was gilt für Anhänger?
Auch landwirtschaftliche Anhänger brauchen nach der StVZO Schlussleuchten, Bremsleuchten, Fahrtrichtungsanzeiger, Rückstrahler und, wenn sie ein Kennzeichen führen, eine Kennzeichenbeleuchtung. Bremsleuchten am Anhänger sind in Deutschland also eine gesetzliche Anforderung und kein freiwilliges Extra.
Anbaugeräte ohne eigene Beleuchtung, etwa Pressen, Feldspritzen oder Schwader, brauchen Leuchten, wenn sie die Leuchten oder Rückstrahler des Traktors verdecken. In diesem Fall muss ein Leuchtenträger angebracht werden, Einzelheiten regeln § 53b StVZO und das Merkblatt für Anbaugeräte. Ein Kipper oder Ballenwagen verdeckt die Rückleuchten des Traktors vollständig, sodass die Bremsleuchten des Anhängers die einzige Warnung für den nachfolgenden Verkehr sind. Sie sollten über die Steckdose von der Betriebsbremse des Traktors angesteuert werden.
Farbe, Anzahl und Anbringung der Bremsleuchten
Eine Bremsleuchte muss nach hinten rotes Licht abstrahlen, eine andere Farbe ist nicht zulässig. Nach hinten darf grundsätzlich nur rotes Licht wirken, ausgenommen unter anderem Fahrtrichtungsanzeiger, Kennzeichenbeleuchtung und Rückfahrscheinwerfer. Die Tabelle zeigt, worauf Sie bei Bremsleuchten an Traktor oder Anhänger achten sollten:
| Anforderung | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Anzahl | Ein zusammengehöriges Paar, wie vom Hersteller angebaut |
| Farbe | Rot |
| Seitliche Anbringung | Je eine auf jeder Seite der Fahrzeugmitte, so weit außen wie die Originalpositionen |
| Höhe | Beim Tausch die ursprüngliche Anbauhöhe des Herstellers beibehalten |
| Sichtbarkeit | Von hinten und seitlich gut sichtbar, nicht durch Anbaugeräte oder Ladung verdeckt |
| Kennzeichnung | Ein E- oder e-Prüfzeichen, denn Ersatzleuchten müssen bauartgenehmigt sein |
| Betätigung | Über die Betriebsbremse |
Viele Traktoren tragen die Bremsleuchten an den hinteren Kotflügeln oder an einem Leuchtenhalter unterhalb der Kabine statt auf dem Kabinendach, weil sie dort auf Augenhöhe des nachfolgenden Fahrers liegen. Verwenden Sie beim Tausch die Originalpositionen.
Hochgesetzte Bremsleuchten
Zusätzliche Bremsleuchten sind kein Pflichtteil. Am Fahrzeug dürfen aber nur die vorgeschriebenen und die für zulässig erklärten lichttechnischen Einrichtungen angebracht sein. Ob und wie eine zusätzliche Bremsleuchte an Ihrem Traktor zulässig ist, regelt die StVZO, im Zweifel klären Sie das mit Ihrer Prüforganisation. Eine zusätzliche Bremsleuchte muss rot sein, von der Betriebsbremse betätigt werden und darf wie jede Leuchte andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden. Wählen Sie eine genehmigte hochgesetzte Bremsleuchte (Kennzeichnung S3) statt einer hellen Leuchte ohne Prüfzeichen.
Eine hochgesetzte Bremsleuchte ist an einem Traktor sinnvoll, der hohe Ladungen zieht oder mit einem Heckanbaugerät arbeitet, das die unteren Leuchten verdeckt. Sie liegt oberhalb des Anbaugeräts im Blickfeld des nachfolgenden Fahrers. Sehen Sie sich unsere zusätzlichen Bremsleuchten zur Aufbaumontage an Kabinenrückseiten und Leuchtenträgern an.
Lampen für Traktor-Bremsleuchten
Die meisten Bremsleuchten an Traktoren verwenden eine von 2 Bajonettlampen, beide mit 21 W:
- P21W: eine Einfadenlampe mit 21 W und BA15s-Sockel mit 2 gleich hohen Stiften. Sie wird verwendet, wenn die Bremsleuchte eine eigene Kammer hat. Siehe den Ratgeber zur P21W-Lampe.
- P21/5W: eine Zweifadenlampe mit BAY15d-Sockel und versetzten Stiften. Der 21-W-Faden betreibt das Bremslicht, der 5-W-Faden das Schlusslicht. Siehe den Ratgeber zur P21/5W-Lampe.
Prüfen Sie vor der Bestellung die Spannung. Die meisten Traktoren haben 12 V, manche größere Maschinen und Baumaschinen aber 24 V. Eine 12-V-Lampe in einem 24-V-Stromkreis brennt fast sofort durch, und eine 24-V-Lampe an 12 V leuchtet zu schwach, um vorschriftsmäßig zu sein. Die Spannung ist auf dem Lampensockel aufgedruckt. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Lampenwechsel und den kompletten Vergleich der Lampentypen finden Sie in unserem Ratgeber zu Bremslichtlampen.
Bremsleuchten am Traktor funktionieren nicht: Fehlersuche
Wenn eine Bremsleuchte am Traktor nicht funktioniert, liegt es fast immer an einer von 5 Ursachen: durchgebrannte Lampe, defekter Bremslichtschalter, unterbrochene Zuleitung, schlechte Masse oder durchgebrannte Sicherung. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor, denn so kommen die günstigsten Prüfungen zuerst.
1. Lampe
Ist nur eine Seite dunkel, fangen Sie bei der Lampe an. Achten Sie auf einen gerissenen Glühfaden oder geschwärztes Glas. Bei einer P21/5W kann der Bremslichtfaden ausfallen, während der Schlusslichtfaden noch funktioniert. Die Leuchte leuchtet dann als Schlusslicht, wird beim Bremsen aber nicht heller. Prüfen Sie Brems- und Schlusslicht getrennt.
2. Bremslichtschalter
Sind beide Seiten dunkel, steht der Schalter unter Verdacht. Traktoren haben 2 Hauptbauarten:
- Mechanischer Pedalschalter: ein Stößelschalter, der schließt, sobald sich das Pedal von seinem Anschlag bewegt. Er verstellt sich mit zunehmendem Pedalverschleiß, setzt sich mit Schmutz zu oder fällt innen aus. Überbrücken Sie die 2 Schalterklemmen mit einer abgesicherten Brückenleitung. Gehen die Bremsleuchten dann an, ist der Schalter defekt.
- Hydraulischer Druckschalter: sitzt bei Traktoren mit hydraulisch betätigter Bremse in der Bremsleitung oder im Hauptbremszylinder. Er schließt, wenn der Leitungsdruck steigt. Ein defekter Druckschalter oder zu wenig Bremsflüssigkeit, sodass sich kein ausreichender Druck aufbaut, lässt die Leuchten dunkel.
3. Einzelradbremse
Die meisten Traktoren haben geteilte Bremspedale, damit der Fahrer für enge Wendungen auf dem Feld ein Hinterrad einzeln abbremsen kann. Viele haben auf jeder Seite einen eigenen Schalter, und wie diese verdrahtet sind, hängt von Marke und Modell ab. Bei manchen Traktoren funktionieren die Bremsleuchten nur richtig, wenn beide Pedale gemeinsam getreten werden. Verbinden Sie die Pedale vor jeder Straßenfahrt immer mit der Kopplung, sowohl für sicheres Bremsen in der Spur als auch damit der Bremslichtschalter die Bewegung erkennt, für die er ausgelegt ist. Funktionieren die Leuchten mit einem Pedal, mit dem anderen aber nicht, prüfen Sie den Schalter dieses Pedals und seine Einstellung.
4. Verkabelung und Masse
Die Rückleuchten eines Traktors haben viel mit Schmutz, Wasser und Hochdruckreiniger zu kämpfen. Prüfen Sie den Stecker an der Rückseite jeder Leuchte auf grüne Korrosion und dann die Masse. Eine schlechte Masse an einer kombinierten Rückleuchte kann das Bremslicht schwach glimmen, das Schlusslicht beim Bremsen flackern oder die Blinker beim Bremsen verrückt spielen lassen, weil der Strom über den falschen Glühfaden zurückfließt. Reinigen Sie den Massepunkt bis auf blankes Metall und schließen Sie ihn mit Kontaktfett wieder an.
5. Sicherung und Anhängersteckdose
Eine durchgebrannte Bremslichtsicherung legt beide Seiten gleichzeitig lahm und kann mit anderen Stromkreisen geteilt sein, prüfen Sie also den Plan des Sicherungskastens. Funktioniert die Beleuchtung am Traktor, am Anhänger aber nicht, liegt der Fehler meist an Steckdose oder Stecker. Sowohl bei der 7-poligen (12N) als auch bei der 13-poligen Steckdose ist das Bremslicht auf Kontakt 6 (Klemme 54). Unser Ratgeber Anhängerbeleuchtung funktioniert nicht beschreibt die Prüfung der Steckdose ausführlich.
Bremsleuchten leuchten dauerhaft
Bremsleuchten, die bei losgelassenem Pedal weiterleuchten, deuten meist auf einen hängenden Schalter, ein Pedal, das nicht ganz an seinen Anschlag zurückkehrt, oder einen zu nah am Pedal eingestellten Schalter hin. Dauerhaft leuchtende Bremsleuchten entladen die Batterie über Nacht und verwirren den nachfolgenden Verkehr, beheben Sie das also vor der nächsten Straßenfahrt.
Bremsleuchten auf LED umrüsten
LED-Rückleuchten passen gut zu Traktoren. Sie haben keinen Glühfaden, der durch Vibration bricht, ziehen nur einen Bruchteil des Stroms einer 21-W-Lampe und erreichen fast sofort die volle Helligkeit, was dem nachfolgenden Fahrer einen Sekundenbruchteil mehr Warnzeit gibt.
Die sauberste Lösung ist eine komplette LED-Rückleuchte mit eigenem Prüfzeichen für Brems- und Schlusslicht. Eine LED-Lampe in eine Leuchte zu setzen, die für eine Glühlampe gebaut ist, ist weniger einfach: Die Leuchte wurde mit Glühlampe genehmigt, und eine LED-Lampe kann eine falsche Lichtverteilung oder Lichtstärke ergeben. In Deutschland sind solche LED-Ersatzlampen in genehmigten Leuchten für den Straßenverkehr in der Regel nicht zulässig.
Schnellblinken und Lastprobleme
Der Bremslichtstromkreis selbst blinkt nicht, LED-Rückleuchten teilen sich aber oft das Gehäuse mit dem Blinker. Stellen Sie auch den Blinker auf LED um, kann ein lastabhängiger Blinkgeber den niedrigen Strom als durchgebrannte Lampe werten und schnell blinken, und ein älterer thermischer Blinkgeber blinkt eventuell langsam oder gar nicht. Die Lösung ist ein LED-tauglicher elektronischer Blinkgeber statt Lastwiderständen, die heiß werden.
Manche modernen Traktoren überwachen den Lampenstrom und zeigen eine Lampenausfallwarnung im Display, wenn eine LED weniger als die erwarteten 21 W zieht. Verwenden Sie in diesem Fall LED-Leuchten, die als kompatibel mit der Lampenüberwachung angegeben sind, oder bauen Sie einen passend dimensionierten Lastwiderstand ein und montieren Sie ihn auf Metall, mit Abstand zu Leitungen.
Eine billige LED-Kombinationsleuchte mit schwacher Bremslichtfunktion ist ein echtes Problem. Das Bremslicht muss deutlich heller sein als das Schlusslicht, sonst kann der nachfolgende Verkehr den Unterschied nicht erkennen. Sehen Sie sich unsere LED-Rückleuchten oder das komplette Sortiment an Rückleuchten mit E-Prüfzeichen an, die Brems-, Schluss- und Blinklicht in einer Einheit vereinen.
Kurzer Bremslichttest vor der Straßenfahrt
- Bremspedale miteinander koppeln.
- Licht einschalten und beide Schlussleuchten prüfen.
- Pedale treten und von einer zweiten Person bestätigen lassen, dass beide Bremsleuchten heller werden. Allein fahren Sie nachts rückwärts an ein Hallentor oder Fenster heran und beobachten die Spiegelung.
- Anhänger ankuppeln, Stecker einstecken und die Prüfung am Heck des Anhängers wiederholen.
- Prüfen, dass die Bremsleuchten ausgehen, sobald die Pedale losgelassen werden.
Häufig gestellte Fragen
Welche Farbe haben Bremsleuchten?
Bremsleuchten müssen rot sein. Nach hinten darf grundsätzlich nur rotes Licht abgestrahlt werden, ausgenommen unter anderem Fahrtrichtungsanzeiger, Kennzeichenbeleuchtung und Rückfahrscheinwerfer. Eine gerissene Lichtscheibe, durch die weißes Licht austritt, ist ein Mangel.
Braucht ein 40-km/h-Traktor Bremsleuchten?
Ja. Bremsleuchten gehören nach § 53 StVZO zur vorgeschriebenen Beleuchtung von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr. Erleichterungen kann es nur für sehr langsame Fahrzeuge und bestimmte ältere Fahrzeuge geben, und auch dann müssen vorhandene Leuchten funktionieren.
Warum funktionieren meine Bremsleuchten am Traktor nur mit einem Pedal?
Traktoren mit Einzelradbremse haben oft für jedes Pedal einen eigenen Schalter. Funktionieren die Leuchten mit einem Pedal, mit dem anderen aber nicht, ist der Schalter auf der dunklen Seite defekt oder verstellt. Koppeln Sie die Pedale für die Straßenfahrt und prüfen Sie erneut.
Welche Lampe haben Bremsleuchten am Traktor?
Die meisten Bremsleuchten an Traktoren haben eine P21W-Einfadenlampe oder eine P21/5W-Zweifadenlampe, die Brems- und Schlusslicht vereint. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob Ihr Traktor 12 V oder 24 V hat.
Brauchen landwirtschaftliche Anhänger Bremsleuchten?
Ja. Landwirtschaftliche Anhänger brauchen Bremsleuchten, dazu Schlussleuchten, Fahrtrichtungsanzeiger, Rückstrahler und, wenn ein Kennzeichen geführt wird, Kennzeichenbeleuchtung. Weil ein Anhänger die Leuchten des Traktors verdeckt, sind funktionierende Bremsleuchten am Anhänger die einzige Möglichkeit für den nachfolgenden Verkehr, Ihr Bremsen zu erkennen.

